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Potenziale von KI verantwortungsbewusst nutzen

19.10.2026 – Cham

Künstliche Intelligenz eröffnet Unternehmen neue Chancen. Damit die regionale Wirtschaft diese nutzen können, fordert der Digitalisierungsausschuss der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim leistungsstarke Infrastrukturen, schnellere Verfahren und praxistaugliche Gesetze.

Künstliche Intelligenz optimiert Kundenservice, unterstützt Techniker im Außeneinsatz und macht betriebliches Wissen schneller verfügbar. Doch Technik allein reicht nicht aus. Bei seiner Sitzung bei der R.iT GmbH in Cham machte der Digitalisierungsausschuss der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim deutlich: Die Unternehmen müssen ihre digitale Transformation vorantreiben und sich mit Vorgaben wie der EU-KI-Verordnung vertraut machen. Zugleich seien praxistaugliche Regelungen seitens Politik und Verwaltung gefragt.

„Wir müssen die Rahmenbedingungen für digitales Wirtschaften weiter verbessern, damit wir bei der Digitalisierung wettbewerbsfähig bleiben“, sagte der Ausschussvorsitzende Thomas Hruby. Nötig seien eine leistungsfähige und zuverlässige digitale Infrastruktur sowie deutlich kürzere Genehmigungsverfahren. Zudem forderte der Ausschuss durchgängig digitalisierte und einheitliche Verwaltungsverfahren und besser aufeinander abgestimmte Digitalgesetze. Die Politik müsse Vorgaben vereinfachen und an die betriebliche Praxis anpassen. Das gelte besonders für die Cybersicherheit, die angesichts wachsender Bedrohungen an Bedeutung gewinne.

Zugleich rückt die digitale Souveränität stärker in den Mittelpunkt. Eine IHK-Umfrage habe gezeigt, dass viele Unternehmen von außereuropäischen Anbietern abhängig seien. Digitale Souveränität bedeute dabei nicht Autarkie. Vielmehr gehe es darum, große Abhängigkeiten zu reduzieren, Alternativen aufzubauen und die eigene Handlungsfähigkeit jederzeit zu sichern.

Pflichten aus dem AI Act prüfen

Welche rechtlichen Anforderungen beim Einsatz von KI im Unternehmen zu beachten sind, erläuterte Sabine Sobola, Geschäftsführerin der LiiDu GmbH und Expertin für IT-Recht. Sie stellte vor, welche Vorgaben der EU-KI-Verordnung, des sogenannten AI Acts, ab Dezember 2026 und in den Folgejahren in Kraft treten.

Die KI-Verordnung ist ein von der EU gegebenes Rahmenwerk für Künstliche Intelligenz. Sie betrifft Anbieter, Einführer, Händler und Betreiber von KI-Systemen. „Man muss als Unternehmen sicher bestimmen können, in welcher Weise man von der KI-Verordnung betroffen ist“, riet Sobola. „Alle Unternehmen, die KI einsetzen oder anbieten, müssen sich damit auseinandersetzen.“ Welche Verpflichtungen im Einzelnen gelten, hänge von der Risikoklassifizierung des jeweiligen KI-Systems ab.

KI bewährt sich in der Praxis

Wie vielfältig Unternehmen KI bereits einsetzen, zeigten Praxisberichte. Alfred Rauscher, Geschäftsführer der R-KOM Regensburger Telekommunikationsgesellschaft mbH, stellte Anwendungsfälle vor, die von der Kundenbetreuung über die Steuerung von Arbeitsabläufen bis zur Störungsdiagnose reichen. „KI ist für uns ein strategisches Werkzeug, das mit klarem Ziel, fundiertem Verständnis und ethischer Verantwortung eingesetzt werden muss“, sagte Rauscher.

Über die Einführung eines KI-gestützten Wissensmanagements bei der Gammel Engineering GmbH berichteten Thomas Winkler von der Gammel Engineering GmbH und Christian Wittmann von der Wittmann EDV-Systeme GmbH. Das neue System bündelt und strukturiert unternehmensinternes Wissen und unterstützt so die Projektarbeit.

Zum Abschluss verwies Gastgeber Tobias Rademann, Geschäftsführer der R.iT GmbH, auf die Entwicklungsmöglichkeiten der Region: „Beim Thema Digitalisierung besteht weiterhin großes Potenzial und in der Region gibt es viele kreative und starke Unternehmen.“ Entscheidend sei nun, technologische Innovationen gezielt zu nutzen, um im Wandel wettbewerbsfähig zu bleiben.

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