Reform der Feuerwehrfahrzeug-Beschaffung zeigt Wirkung: 171 Kommunen beteiligen sich an Sammelbeschaffung

12.08.2026 – Bayern

Die Reform der Feuerwehrfahrzeug-Beschaffung unterstreicht bereits im ersten Anlauf sein großes Potential: 171 bayerische Kommunen beteiligen sich an der gemeinsamen Beschaffung von Löschgruppenfahrzeugen des Typs LF10. Damit stößt das neue Modell auf großes Interesse und schafft die Grundlage für eine wirtschaftlichere, effizientere und bürokratieärmere Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen.

Der Amberg Landtagsabgeordnete Bernhard Heinisch, Sprecher für Rettungsdienste der FW-Landtagsfraktion zeigt sich erfreut:

„Die große Beteiligung macht deutlich, dass dieses Modell auf breite Zustimmung stößt. Durch die gebündelte Beschaffung können wir Verwaltungsaufwand reduzieren, Synergien nutzen und zugleich die Voraussetzungen für attraktive Preise schaffen. Davon profitieren am Ende die Kommunen und damit auch die kommunalen Haushalte. 

Gleichzeitig setzen wir auf einen hohen und praxisorientierten Standard bei den Fahrzeugen. Die Kommunen erhalten ein einsatzbereites und feuerwehrtechnisch abgenommenes Fahrzeug, ohne dass sie den gesamten Beschaffungsprozess selbst organisieren und begleiten müssen.“ 

Die europaweite Ausschreibung wird durch den Landesfeuerwehrverband Bayern als zentrale Beschaffungsstelle koordiniert. Durch die Bündelung der Nachfrage sollen die Kommunen von Skaleneffekten und einem geringeren Verwaltungsaufwand profitieren. Vorgesehen ist ein hoher, praxisorientierter technischer Standard. Der LFV Bayern übernimmt dabei auch die fachliche Begleitung der Beschaffung bis zur Abnahme. 

Für die Kommunen stehen zwei Varianten des LF10 Bayern zur Verfügung: ein Standardfahrzeug sowie eine Variante mit der Möglichkeit zur Lagerung einer tragbaren Tragkraftspritze. Die Fahrzeuge werden weitgehend standardisiert und einsatzbereit sowie feuerwehrtechnisch abgenommen übergeben. Sonderwünsche oder individuelle Abweichungen im Fertigungsprozess sind bei der Sammelbeschaffung hingegen nicht vorgesehen. 

Landtagsabgeordneter Bernhard Heinisch aus Amberg stellt dabei klar: 

„Mir ist besonders wichtig zu betonen, dass die Sammelbeschaffung eine zusätzliche Möglichkeit für die Kommunen darstellt. Wer individuelle Lösungen benötigt, kann weiterhin eigenständig beschaffen. Bei der gemeinsamen Beschaffung ist allerdings klar: Die Vorteile der Bündelung entstehen gerade durch einen hohen Grad an Standardisierung. Im Gegenzug müssen die Kommunen in Kauf nehmen, dass individuelle Sonderwünsche und Anpassungen im Rahmen der Sammelbeschaffung leider nicht möglich sind. Dafür erhalten sie ein fertiges, feuerwehrtechnisch abgenommenes Fahrzeug.“ 

Wirtschaftlich bietet das Modell erhebliche Chancen: Der LFV Bayern strebt einen Beschaffungspreis von unter 500.000 Euro pro vollausgestattetem Fahrzeug inklusive Mehrwertsteuer an. Für das LF10 Bayern ohne Beladung ist eine Preisobergrenze von 375.000 Euro netto vorgesehen. Die erwarteten größeren Stückzahlen sollen dabei für entsprechende Skaleneffekte sorgen. 

„Mein besonderer und herzlicher Dank gilt dem Landesfeuerwehrverband Bayern für die Koordination und die fachliche Begleitung dieses wichtigen Pilotprojekts. Die hohe Beteiligung zeigt: Die Kommunen erkennen die Chancen einer gemeinsamen Beschaffung und sind bereit, neue Wege zu gehen.“, so Heinisch.

Der LFV Bayern hat die Marktsondierung bereits abgeschlossen und ein entsprechendes Leistungsverzeichnis für das LF10 Bayern erstellt. 

Mit dem Pilotprojekt werde laut Heinisch ein zentraler Gedanke der Reform praktisch umgesetzt: 

„Wo Beschaffungen gebündelt werden können, sollen Kommunen von weniger Verwaltungsaufwand, fachlicher Unterstützung und möglichen Kostenvorteilen profitieren. 

Ich bin stolz darauf, was wir von der Freie Wähler Landtagsfraktion gemeinsam mit unserem Koalitionspartner mit dieser Reform auf den Weg gebracht haben – gerade in Zeiten knapper Kassen.“

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