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Psychiatrische Krisendienste - Die Qualität muss stimmen

07.02.2019 Neumarkt.

Beim bayernweiten Ausbau der Psychiatrischen Krisendienste fordern die Grünen einheitliche Qualitätsstandards und nehmen den Freistaat in die Pflicht
 
Aus der Landtags- und Bezirkswahlen im Herbst gingen die Grünen nicht nur im Landtag als zweitstärkste Kraft aus dem Rennen, sondern auch in den Bezirken stellen sie - bayernweit betrachtet - mit insgesamt 41 Bezirksrät*innen seit Oktober die zweitstärkste Gruppe hinter der CSU. Grund genug, sich bei ihrem jüngsten Vernetzungstreffen der Bezirksrät*innen aller sieben bayerischen Bezirke selbstbewusst zu präsentieren. Schwerpunktthema beim Wintertreffen in Bad Windsheim war die Umsetzung des neuen bayerischen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKGH) und hier insbesondere die Einführung der psychiatrischen Krisendienste in nunmehr allen sieben bayerischen Bezirken.
 
Eine schwere Krankheit, massive Probleme in der Beziehung oder der plötzliche Verlust des Arbeitsplatzes – all das kann in eine schwere Krise stürzen. Krisendienste helfen in solchen Notlagen. Noch allerdings gibt es nicht überall in Bayern solche Anlaufstellen. Das soll sich mit dem neuen PsychKGH ändern. Geplant, ist, dass Menschen in seelischer Not zukünftig in allen Regierungsbezirken des Freistaats auch an Abenden, an Wochenenden und an Feiertagen Spezialisten finden, mit denen sie in der Krisensituation über ihre Probleme reden können. Dazu sollen in den Bezirken u.a. auch so genannte Leitstellen und fachliche Teams, die bei Bedarf Menschen in Krisen auch aufsuchen, eingerichtet werden.
 
Die grünen Bezirksrät*innen begrüßen diese Entwicklung und damit den Ausbau der Hilfen für in Not geratenen Menschen. „Mit der Einführung flächendeckender Krisendiensten wird endlich eine große Lücke in den Versorgungsstrukturen geschlossen. Es bedeutet einen Meilenstein in der psychiatrischen Versorgung, wenn sich Menschen in akuten Notlagen zu jeder Zeit an Psychologen oder Therapeuten wenden können und dadurch eine Zwangseinweisung in die Psychiatrie vermieden werden kann“, so Bezirksrätin Gabriele Bayer, Mitglied im Sozial- und Teilhabeausschuss des Oberpfälzer Bezirkstags. Da es aber für die Ausgestaltung auf Bezirksebene keine einheitlichen Qualitätsstandards gibt, befürchten die Fachpolitiker*innen der Grünen, dass die Bezirke die Qualität des Angebots möglicherweise nach der Leistungsfähigkeit des Bezirkshaushalts ausrichten.
 
Das darf nach Ansicht der Grünen nicht passieren. „Wir fordern, dass die Krisendienste bayernweit in allen Bezirken in gleich guter Qualität ausgebaut werden“, so Bezirksrat Stefan Christoph. „Es kann und darf nicht sein, dass die Qualität der Gesundheitsversorgung vom Geldbeutel der Bezirke abhängt. Die Bausteine Leitstelle, aufsuchende Teams und Versorgung am Abend, Wochenende und Feiertags müssen gleiche Standards haben“.
 
Sinnvoll wäre beispielsweise auch eine einheitliche leicht merkbare kostenfreie Telefonnummer. „Der Freistaat ist gefordert die Bezirke hierfür finanziell ausreichend auszustatten“, so Bayer.
 
 
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