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Alltagskompetenzen – Schule fürs Leben

16.05.2022 Neumarkt.

Die Klasse WS 7 der Wirtschaftsschule Neumarkt lernt fürs Leben
 
Vom 04.05.2022 bis zum 09.05.2022 fand das Projekt „Alltagskompetenzen – Schule fürs Leben“ statt. Mit den Projektwochen „Schule fürs Leben“ wird nun endlich ab dem Schuljahr 2021/2022 ein weiterer Lernraum eröffnet, in dem unsere Schüler lebensnah und anwendungsbezogen lernen und somit wichtige Kompetenzen für den Alltag erlernen. Dieses Konzept wird an den allgemeinbildenden Schulen mit jeweils einer Woche im Laufe der Jahrgangstufe 1 bis 4 bzw. einer weiteren Woche im Laufe der Jahrgangsstufen 5 bis 9 realisiert. Die Durchführung der Projektwochen/-tage ist verbindlich.
Bei der Planung wurden die Handlungsfelder Ernährung, Haushaltsführung und Nachhaltigkeit festgelegt.
 
 
Tanja Sußbauer - Janina Schütze - Hannah Herrmann - Cruse Nina
 
Tag 1:
 
Besuch der Schulküche am BSZ: Erstellen eines Drei-Gänge-Menüs für 1€
 
Die Kuh hat 4 Mägen! Verrückt, oder? 
 
Wir trafen alle pünktlich am 04.05.2022 im Klassenzimmer der WS7 ein, um mit dem Projekt „Alltagskompetenzen – Schule fürs Leben“ zu starten. Unter der fürsorglichen Obhut unserer Klassenleiterin Frau Sußbauer sowie unserer Lehrerin Frau Dinauer (Mensch und Umwelt) beschritten wir den Weg zur Berufsschule, um die Themen Ernährung, Haushaltsführung und Nachhaltigkeit zu vertiefen.  Nach dreißig Minuten Laufzeit waren wir in der Schulküche angekommen, wo wir von Frau Götz begrüßt wurden, welche einen Bauernhof in Raitenbuch besitzt. Nach einer kurzen Besprechung des Tagesablaufs bekamen wir viele Fakten über Kühe. Hier lernten wir unter anderem, dass Kühe 4 Mägen haben und dass sie fast keinen Schlaf benötigen. Es scheint zwar so, als ob sie schlafen, dennoch tun sie das nur 15 Minuten am Tag. Dazu bearbeiteten wir Arbeitsblätter, auf denen wir uns das Euter der Kuh noch einmal genauer anschauten. Nach lehrreichen und spannenden Informationen fingen wir an, die Zutaten, welche im Frühling wachsen, zu verarbeiten. Hier nutzten wir z. B. Schnittlauch, Bärlauch und Radieschen. Mit diesen 3 Zutaten kreierten wir die Vorspeise, welche „Frischkäse auf Keks“ hieß. Als Hauptgericht gab es „Arme Ritter“ mit Apfelmus und Zimt und Zucker. Hierfür muss ein Ei mit Milch in einem Teller verquirlt werden, Toast geschnitten und das Ganze dann darin eingeweicht werden. Den Toast nur noch in der Pfanne mit etwas Butter anbraten und schon ist das Gericht fertig. Als Nachtisch wurde ein Kirschmilchshake gemacht, der sehr gut schmeckte. Dazu empfehlen wir eingemachte Kirschen; diese mit Joghurt und Zucker pürieren und Milch unterrühren. Das Kochen hat sehr viel Spaß gemacht! Außerdem geht jedes der drei Gerichte schnell. Nach dem Essen mussten wir das Geschirr abwaschen und hatten noch eine Feedbackrunde. Es war insgesamt ein toller, lehrreicher und interessanter Tag an der Berufsschule. 
 
L. Büttner, WS7
 
Tag 2:
 
Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung B7 Nürnberg: Textilpflege und Textiles Gestalten
 
Am Donnerstag, den 05.05.2022 besuchten die 18 Schüler der 7. Klasse mit den beiden Lehrkräften Astrid Schwerdtfeger und Carolin Dinauer die Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung an der B7 in Nürnberg. Die Schüler wurden dank Frau Brigitte Hierl in den Bereichen Textilpflege und Textiles Gestalten geschult. Am Morgen bekamen die Jugendlichen zunächst einen theoretischen Input in der Textilpflege.
 
Frau Hierl erklärte mit Hilfe eines äußerst strukturierten Skriptes die folgenden Bereiche:
- Pflegekennzeichnung
- Schmutzwäsche vorbereiten zum Waschen
- Waschprogramme
- Waschmittelauswahl und -dosierung
 
Im Anschluss daran ging es in die Waschküche, um schließlich das Erlernte praktisch anzuwenden.
Die Jugendlichen starteten gemeinsam mit Frau Hierl eine Waschmaschine. Dabei mussten sie zuerst anhand des Pflegeetikettes das richtige Waschprogramm auswählen, anschließend das richtige Waschpulver und die entsprechende Dosierung wählen. Eine bereits fertig gewaschene Wäsche wurde in den Wäschetrockner gegeben und eine getrocknete Wäsche aus dem Trockner genommen und unter Anleitung richtig an die Kleiderstange gehängt. 
Die Lehrkraft der Fachakademie führte den Schülern noch das richtige Bügeln und Zusammenlegen einer Kochschürze vor.
 
Im zweiten Teil des Tages ging es mit dem Fach Textiles Gestalten direkt an die Nähmaschinen. 
Für die meisten unserer Schüler war es der erste Kontakt mit einer Nähmaschine. Bevor mit dem Nähen begonnen werden durfte, erhielten die Schüler eine kurze Einweisung zu den möglichen Unfallgefahren beim Nähen und einen Crashkurs zur Bedienung der Maschine. Gleich im Anschluss wurden die Jugendlichen ins kalte Wasser geschmissen und nähten ein Utensilo, also ein Geschenkkörbchen, was sie schließlich ihrer Mama zum Muttertag schenken wollten.
 
Die WS 7 war mit Begeisterung dabei und wahnsinnig stolz über ihr erstes selbst genähtes Produkt. Wer weiß, vielleicht hat sogar der ein oder andere Gefallen am Nähen gefunden.
 
Vielen Dank an die beiden Lehrkräfte Frau Hierl und Susanne Samfaß und die beiden Schülerinnen BFS/EV (Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung), die unseren Schülern beim Nähen Hilfestellung leisteten.
 
Zum Abschluss des Tages gingen wir gemeinsam in die Kantine, wo wir mit leckeren Gerichten kulinarisch verwöhnt wurden.
Vor unserer Heimreise mit der U- bzw. S-Bahn wurden wir noch mit einem tollen Geschenk, einem selbstgenähtem „Chiptäschchen“ überrascht.
Vielen Dank an Frau Brigitte Hierl, die sich sehr viel Arbeit gemacht hat, um uns diesen wunderschönen und gewinnbringenden Tag zu ermöglichen.
 
Tag 3:
 
Bauernhofbesuch bei Familie Götz in Raitenbuch
 
Am Freitag, den 06.05.2022 unternahm die Klasse WS 7 einen Ausflug zum Wanger-Bauernhof nach Raitenbuch bei Berching. Treffpunkt für den Projekttag war der Bahnhof in Neumarkt, wo es zunächst gemeinsam mit den beiden Lehrkräften Frau Jordan und Frau Dinauer mit dem Bus nach Berching ging. Von dort nutzten wir den Rufbus, um weiter aufs Land zum Hof der Familie Götz zu kommen.
 
Die Bäuerin stellte unseren Schülern gleich zu Beginn ein Rätsel. Sie sollten das Lieblingskraut ihrer beiden Hühner „Henriettas“ fühlen, riechen und erraten. Keiner der Schüler hat das Kraut vorher je gesehen, sie waren sich aber einig, dass es hervorragend riecht. Als Frau Götz schließlich das Rätsel löste, war den Schülern klar, warum die Hühner es lieben, der Name des Lieblingskrauts der Hühner ist nämlich „Colakraut“.
 
Vor Betreten des Stalles gab es zunächst eine Einweisung in die Gefahren und Regeln des Bauernhofes.
 
Das Ziel des Hofbesuches ist es, die Landwirtschaft sinnvoll unter Einbezug der fünf Sinne „Riechen, Schmecken, Hören, Sehen und Fühlen“ zu erleben.
Der erste Auftrag für die Schüler war, den „Steckbrief einer Kuh“ auszufüllen. Dazu gab Frau Götz den Jugendlichen viele Tipps und Hilfestellungen:
 
- Wieviel Widerkauschläge macht die Kuh pro Stunde?
- Wie schwer wird eine Kuh?
- Was hoch ist die optimale Stalltemperatur?
- Wie funktioniert die Verdauung der Kuh 
 
Diese Zusatzinformationen nahmen die Schüler von der Landwirtin interessiert auf.
 
Als Nächstes erhielt die WS 7 den Auftrag, die Futtermenge einer Milchkuh abzuschätzen. Aufgabe war hier, in der Mitte des Stalles einen Berg Futter anzuhäufen, der abgewogen wurde. Danach erfuhren die Schüler, dass eine Milchkuh ca. 60 kg am Tag frisst. Zwei Gruppen hatten mit 56 kg bzw. 62 kg die Menge sehr gut getroffen.
 
Nach einer kurzen Brotzeit im Freien ging es schließlich zu den Kälbern. Auch hier gab es für die WS 7 einen Steckbrief zum Ausfüllen. An einem Stück Leder konnten die Schüler ausprobieren, wie es sich anfühlt, dem Kalb die Ohrmarke zu stechen.
 
Als letzten Programmpunkt hatte Frau Götz drei Stationen vorbereitet:
- Melken am Gummieuter
- Mittagessen der Kuh riechen, fühlen oder probieren
- Führung beim Melkroboter
Die Schüler waren begeistert und konnten den Tag am Bauernhof sehr genießen.
Herzlichen Dank an Frau Götz, die uns dadurch einen weiteren abwechslungsreichen Projekttag ermöglicht hat.
 
Tag 4:
 
Fachakademie für Ernährung und Versorgungsmanagement an der B7 in Nürnberg
 
Am Montag, den 09.05.2022, traf sich die WS 7 erneut am Bahnhof Neumarkt und trat die Reise mit der S- bzw. U-Bahn zur Fachakademie für Ernährung und Versorgungsmanagement an.
 
Dieser Tag stand unter dem Motto „Schüler lernen von Schülern“. Die Hauptorganisation lag bei den Lehrkräften Frau Neeser und Frau Seitz. 
 
Zu Beginn des Tages gab es zunächst einen theoretischen Input zur Arbeitssicherheit und den Hygieneregeln. Als Belohnung für das aufmerksame Zuhören durften die Schüler einen leckeren alkoholfreien Cocktail namens „Virgin Sunrise“ genießen.
 
Danach ging es für unsere WS 7 gemeinsam mit den Studierenden der 14. Klasse der Fachakademie in die Küche. Hier gaben sie den Wirtschaftsschülern einen Kochkurs mit Speisen, die unsere Schüler liebten und anschließend mit Freude verzehrten. 
Hier warten Gerichte wie Fränkische Salatbowl, Burger (Veggie und Fleisch) mit Kartoffelecken, Frozen Yogurt mit Beeren und Granola-Topping, Chocolat-Chips-Pancakes und vieles mehr auf Sie.
 
Nachdem alles fertig zubereitet war und die Küche wieder sauber geputzt war, wechselten die Schüler den Raum und wurden von Frau Kunz-Basso, die das Modul „Wohnformen und Raumgestaltung“ unterrichtet, und ihren Studierenden beim Serviettenfalten und beim Basteln einer wunderschönen Tischdeko unterstützt. Die WS 7 faltete Bischofsmützen, welche zum Eindecken des Tisches beim Mittagessen verwendet wurden und bastelten wunderschöne „Blüten in Tüten“, die als Tischdeko für unser Essen dienten.
 
Das gemeinsame Mittagessen war ein ganz besonderes Erlebnis für uns ALLE. Ein schön gedeckter Tisch mit leckeren Gerichten … Was wünscht man sich mehr? Es gab keinen Schüler, dem das Essen nicht schmeckte, für jeden war etwas Leckeres dabei.
 
Nach dem Mittagessen stellten die beiden Lehrkräfte Frau Neeser und Frau Seitz die Weiterbildung zum Betriebswirt für Ernährungs- und Versorgungsmanagement vor. Nähere Informationen dazu finden Sie auch auf dem Instagram-Kanal der FAEVM unter dem folgenden QR-Code:
 
 
Zum Schluss durften sich die Schüler und die Studierenden gegenseitig ein Feedback geben. Dieses ist von beiden Seiten sehr positiv ausgefallen. Unsere Schüler lernten Alltagskompetenzen auf eine spannende, lockere und lustige Weise kennen. Die Studierenden der FAEVM sagten, dass es auch für sie eine ganz wertvolle Erfahrung war, Jüngeren etwas lehren zu dürfen, denn schließlich erhalten die Studierenden mit ihrem Abschluss auch die Möglichkeit, als Ausbilder tätig zu sein.
 
Herzlichen Dank an alle Lehrer und Schüler der B7 Nürnberg, die unsere Schüler so liebevoll betreut haben. Ein besonderer Dank gilt auch Frau Böhringer-Reuther, welche uns das Projekt an ihrer Schule überhaupt erst ermöglicht hat.
 
Foto: Carolin Dinauer 
 
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