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 Polizeiberichte / regional

Massenschlägerei wegen eines Handyladekabels knapp verhindert

07.01.2016 Nürnberg.

Einsatzkräfte der Nürnberger Polizei haben vergangene Nacht (07.01.2016) eine sich offenbar anbahnende Massenschlägerei in einer Gemeinschaftsunterkunft im Stadtteil Langwasser durch massive Präsenz unterbunden.

Kurz nach Mitternacht war die Polizeiinspektion Nürnberg-Süd durch Verantwortliche des Sicherheitsdienstes darüber unterrichtet worden, dass sich in der Gemeinschaftsunterkunft in der Breslauer Straße eine mögliche Massenschlägerei mit zunächst mehr als 40 Bewohnern anbahnen könnte. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte standen sich die zwei Gruppen unterschiedlicher Nationalität äußerst feindselig gegenüber. Jede der beiden Gruppen war in der Spitze bis zu 80 Personen stark, teils alkoholisiert und im Verhalten den Einsatzkräften und dem Sicherheitsdienst gegenüber sehr unkooperativ.

Aufgrund der Lage wurden über die Einsatzzentrale umgehend zahlreiche Einsatzkräfte in das Anwesen beordert. In der Spitze waren bis zu 21 Streifen sowie zwei Diensthundeführer vor Ort. Nach längeren - mittels Dolmetscher - geführten Gesprächen des Einsatzleiters vor Ort konnte schließlich eine Beruhigung der Lage erreicht und die Personen in Kleingruppen wieder in ihre Wohnbereiche zurückgeführt werden.

Der genaue Hintergrund der Auseinandersetzungen, die sowohl verbal wie auch tätlich geführt worden sein dürften, ist noch unklar. Nach bisherigem Erkenntnisstand soll es wohl aufgrund eines Streites wegen eines Handyladekabels zu Solidarisierungseffekten gekommen sein, wobei im weiteren Verlauf sich die einzelnen Gruppen über die Wohnabtrennungen hinweg massiv mit Stühlen und Gegenständen bewarfen. Dabei kam es in der Folge auch zu mehrfachen körperlichen Auseinandersetzungen. Vom herbeigerufenen Rettungsdienst mussten vier Personen wegen Frakturen und Prellungen versorgt und in Kliniken eingeliefert werden. Aufgrund mangelnder Aussagebereitschaft von Zeugen konnten bislang noch keine Tatverdächtigen identifiziert werden.

In der Unterkunft war es bereits zwei Stunden vorher ebenfalls wegen einer Körperverletzung zu einer polizeilichen Sachbearbeitung gekommen. Hier wird gegen zwei namentlich bekannte Tatverdächtige ermittelt. Ob diese auch in die späteren Auseinandersetzungen nach Mitternacht verwickelt waren, bedarf noch einer Klärung. Die weiteren Ermittlungen dazu hat die Polizeiinspektion Nürnberg-Süd übernommen.

Ab 02:15 Uhr konnten die Einsatzkräfte der Polizei nach und nach wieder vom Einsatzort entlassen werden. Die letzten beiden Streifen rückten gegen 04:30 Uhr ab. In der Gemeinschaftsunterkunft sind mehr als 700 Asylsuchende untergebracht. Mehrheitlich haben sie die syrische, die iranische und die irakische Nationalität.

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