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Truppenabzug der USA aus Deutschland

13.08.2019 Oberpfalz.

US-Truppenabzug löst keine Probleme, eröffnet aber Perspektiven für unsere Region.
 
Trotz seines rüppelhaften Benehmens ist US-Präsident Trump in erster Linie ein Geschäftsmann. Und als solcher sind seine Ankündigungen "Truppenabzug oder höherer Wehretat" leicht nachvollziehbar. Welcher Geschäftsmann wäre nicht über jede Gelegenheit dankbar, bei der ein Teil seiner Unkosten von anderen Geschäftsleuten ohne Gegenleistung übernommen werden würde? Denn entgegen Trumps Behauptung schützen die US-Truppen in keinster Weise Deutschlands Sicherheit und Freiheit. Sondern ist Deutschland ein unverzichtbarer Bestandteil zur Durchsetzung der weltumspannenden Interessen der USA. Insbesondere die Truppenübungsplätze Grafenwöhr / Hohenfels und der Luftwaffenstützpunkt Rammstein sind elementare, unverzichtbare Bestandteile jeder US-Militäraktion in Europa, westliches, zentrales Asien und Afrika. Aber in bester kapitalistischer Manier, zahlen soll's der deutsche Staat.
 
Wären nun die US-Kriege ein Geschäft wie jedes andere, wäre es leicht zu sagen: Wenn Du was von meiner Ware / Dienstleistung willst, lieber Mr. Trump, dann bezahle sie. Hast sie sowieso schon lange viel zu günstig bezogen.
 
Nun ist das massenweise Töten von Menschen kein Geschäft wie jedes andere, es ist ethisch verwerflich und widerspricht jeder christlichen Grundhaltung. Islamischer übrigens auch. Von daher würde eine Schließung der erwähnten Miltäreinrichtungen zumindestens ein ruhigeres Gewissen verschaffen. Auch wenn nur durch eine Verlagerung nach Polen nichts gelöst wäre: Auch ein dort ausgelöster und per Drohne erfolgter Raketenbeschuß tötet beschuldigte Menschen ohne Gerichtsverfahren und reißt jedesmal unbeteiligte Unschuldige mit in den Tod.
 
Und doch sind die Drohungen des US-Präsidenten Anlaß, sich über eine alternative Nutzung der Truppenübungsplätze Gedanken zu machen. Die  Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) ist just an diesem Wochenende an den Truppenübungsplätzen entlang gefahren und hat für eine zivile Nutzung geworben. Die einmalig schöne Natur im Truppenübungsplatz Hohenfels mit sehr seltenen Flora und Fauna schreit förmlich danach, endlich 3. bayerischer Nationalpark zu werden - ein Projekt, an dem die bayr. Staatsregierung bisher kläglich scheitert. Und der Truppenübungsplatz Grafenwöhr könnte ein Standort des  zivilen europäischen Friedenskorps werden, wie es die SPD in ihrem Europawahlkampf forderte.
 
Selbstverständlich würde eine solche Konversion etliche Umbrüche in den Anliegergemeinden und bei den Beschäftigten nach sich ziehen. Während es bei einem Nationalpark Hohenfels  mit dem angrenzenden, entwickelten naturnahen Tourismus inmitten der drei Boomstädte Amberg, Neumarkt und Regensburg wohl nur am Immobilienmarkt zu größeren Problemen kommen würde, wäre am ehemaligen  Truppenübungsplatz Grafenwöhr schon ein umfassenderes, vom Bund finanziell gut ausgestattetes Konversionsprogramm nötig. Es wird Zeit, daß sich die Kommunen entlang der Truppenübungsplätze zusammenschließen und über eine Nachfolgenutzung beraten. Die kleine NGO DFG-VK ist bereit, mit ihren bescheidenen Kräften zu unterstützen.
 
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