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Städtische Nachverdichtung wird heiß diskutiert

07.07.2020 Neumarkt.

 
In Zeiten hoher Grundstückspreise und Wohnungsknappheit kommt der Nachverdichtung in dünn bebauten städtischen Wohngegenden eine besondere Rolle zu. So wird derzeit auch in Neumarkt an vielen Stellen im Stadtgebiet nachverdichtet. Auch in der SPD wird die städtische Nachverdichtung heiß diskutiert, denn schließlich ist die Schaffung von Wohnraum eines der zentralen Themen im SPD-Kommunalwahlkampf gewesen.
 
Man darf dabei aber nicht außer Acht lassen, dass mit der Verdichtung eines bestehenden Wohngebiets auch immense Nachteile einhergehen können: Wenn nämlich für den Neubau hochpreisigen Wohnraums die Grenzen der örtlichen Infrastruktur erreicht werden und gesteigerter Autoverkehr und Parkplatznot die Lebensqualität im Quartier einschränken, kann das zu sozialen Spannungen führen und die eingesessene Nahbarschaft in Aufruhr versetzen.
 
Genau das passiert gegenwärtig im Neumarkter Gartenviertel, ausgelöst durch das Bauvorhaben auf dem Grundstück Saarlandstraße 34. Hier soll auf dem Grund eines ehemaligen Einfamilienhauses ein Neubau für acht Wohnparteien entstehen.
 
 
Auf Einladung der um Ihren Lebensraum besorgten Anwohner informierte sich die Stadtratsfraktion der SPD kürzlich vor Ort über die Situation in der Saarlandstraße. Viele Anwohner nutzen die Gelegenheit, ihre Bedenken hinsichtlich des riesigen Bauprojekts zum Ausdruck zu bringen und die Stadträte um Unterstützung ihrer Anliegen zu bitten. Dabei wurde unter anderem vorgetragen, dass der gewachsene Baumbestand an für das Viertel charakteristischen Föhren vom Bauträger bereits ohne Genehmigung entfernt worden sei.
 
Die SPD-Stadträte können die Anliegen und Bedenken der Bürger des Gartenviertels sehr gut nachvollziehen und unterstützen deren Forderung nach einer der Nachbarschaft angemessenen Bebauung auf dem Grundstück.
 
Nachverdichtung ist aus Sicht der SPD-Stadträte durchaus wichtig und richtig. Jedoch darf diese nicht zu einer reinen Gewinnmaximierung für den Bauträger verkommen. Mit Augenmaß muss sowohl auf Naturverträglichkeit als auch auf die Akzeptanz in der Nachbarschaft Rücksicht genommen werden. Nur so ist eine nachhaltige und zukunftsorientierte Stadtplanung möglich.
 
Fotos:  Andre Madeisky
 
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