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Reicht das Trinkwasser? Sorge bei Kräuterwanderung auf geplantem ICE-Gelände

21.03.2022 Harrlach / Pyrbaum .

Kurz vor der möglichen Eröffnung des Raumordnungsverfahrens begrüßte Maik Stüben vom Vorstand BUND Naturschutz Pyrbaum/Postbauer-Heng rund 50 Teilnehmende aus dem Raum Neumarkt, Pyrbaum und Allersberg zu einer Wanderung mit Kräuterpädagogin Christine Garibasch in das geplante Gelände für das ICE-Instandhaltungswerk in Harrlach/Pyrbaum.

Stüben hob die Wahl des Ausgangspunktes hervor, da der in Pyrbaum entspringende Finsterbach direkt durch das geplante Werksgelände fließe und zugleich Symbol für die Wasserproblematik sei, die sich bei Ansiedlung des Werks in der sehr trockenen Region mit bereits stark gesunkenen Grundwasserspiegeln noch zuspitzen werde. Angesichts des enormen Wasserverbrauchs eines ICE-Instandhaltungswerks äußerte der ehemalige Geschäftsführer der Glossner-Bräu, Franz Xaver Gloßner sen., große Bedenken hinsichtlich der künftigen Trinkwasserverfügbarkeit und -qualität für sein Unternehmen und weitere Getränkehersteller, die das Wasser aus den Tiefen der Region gewinnen. Der BUND Naturschutz ruft dazu auf, diese und weitere berechtigte Interessen in zahlreichen Einwendungen gegen das Vorhaben der Bahn in das Raumordnungsverfahren einzubringen. Zudem würden auch Sammeleinwendungen vorbereitet, die in Pyrbaum und der Region an Info-Ständen unterschrieben werden können, so Maik Stüben.

Christine Garibasch führte ihre Zuhörer sodann am Finsterbach entlang unter der A9 und der ICE-Trasse auf das geplante Werksgelände, das sich dort nach dem Willen der Deutschen Bahn über eine Länge von mehr als 3 km und einer Breite von 500 m erstrecken soll. Im Wald erläuterte Garibasch fachkundig die Artenvielfalt in den verschiedenen Etagen des Waldes von den vielfältigen Moosarten und Zeigerpflanzen am Boden bis zur „Penthouse“-Etage in den noch sehr wenig erforschten Baumwipfeln. Pilzmyzele mit ihrer wichtigen Versorgungsfunktion für die Bäume könnten eine Größe von mehreren Quadratkilometern und ein sehr hohes Alter erreichen. Mit ihren Geschichten zum Brauchtum bezüglich der Verwendung von Pflanzen und Kräutern und den Ursprüngen ihrer Wortbedeutungen zog die Kräuterpädagogin ihre Zuhörer an den verschiedenen Stationen in den Bann.

Die ARD-Doku "Bis zum letzten Tropfen" in der vergangenen Woche hat die Wasserknappheit gerade in Nordbayern sehr beeindruckend verdeutlicht. Zum Weltwassertag am 22. März 2022 wird auch eine Demonstration zur Gefährdung des Fürther Trinkwassers durch das ICE-Werk in Harrlach/Pyrbaum vor dem Fürther Rathaus stattfinden. Die Stadt Fürth bezieht bereits jetzt 44 Prozent ihres Trinkwassers aus der Region Harrlach.

inks in dunkelgrüner Jacke Christine Garibasch, dritter von rechts Maik Stüben mit hellgrüner BUND-Jacke. Foto: Rolf Wirth, Harrlacher Wald

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