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Closing zum Verkauf der Beleuchtungssparte schließt Gesamtsanierung von Europoles ab

22.01.2021 Neumarkt.

  • Portugiesischer Investor Metalogalva übernimmt alle deutschen und ausländischen Standorte der Beleuchtungssparte
  • Alle rund 370 Mitarbeiter behalten ihren Arbeitsplatz
  • Übernahme der polnischen Produktionsstätte Konin im Zuge des polnischen Pre-Pack-Verfahren macht Weg frei für Übernahme der deutschen Standorte
  • Erfolgreiche Sanierung der gesamten Europoles Gruppe in einem hochkomplexen grenzüberschreitenden Verfahren
Mit dem zum Jahresanfang 2021 erfolgten Closing zu dem Verkauf der Beleuchtungssparte sind die bereits im März 2020 unterschriebenen Verträge zwischen dem portugiesischen Erwerber Metalogalva und der Europoles GmbH & Co. KG (Europoles) jetzt wirksam geworden. Somit übernimmt Metalogalva die gesamten deutschen Standorte in Neumarkt, Dinkelsbühl, Werl und Stadtilm sowie die Vertriebstochter in Frankreich und das hochmoderne Produktionswerk im polnischen Konin. Alle rund 370 Beschäftigten werden von dem strategischen Investor Metalogalva mit übernommen.
 
Letzter Baustein zur erfolgreichen Sanierung der gesamten Europoles Gruppe
 
„Mit dem Closing wurde der letzte Mosaikstein in einem hochkomplexen, sehr schwierigen und über Ländergrenzen hinweg umgesetzten Restrukturierungsprozess gelegt. Die nachhaltige Sanierung der gesamten Europoles Gruppe ist somit gelungen und konnte nunmehr erfolgreich abgeschlossen werden“, freut sich Vincenz von Braun, Rechtsanwalt und Sanierungsgeschäftsführer von Europoles. Gemeinsam mit Rechtsanwalt Alexander Reus, beide Partner bei Anchor Management GmbH, hatten beide mit ihrem Team die Sanierung der Unternehmensgruppe konzeptionell entworfen, die erforderlichen Restrukturierungsmaßnahmen konsequent umgesetzt und vor allem für den Produktionsstandort im polnischen Konin eine praktikable Lösung gefunden.
 
Deutsche Standorte nur mit hochmodernem polnischem Werk für Investoren attraktiv
 
Das Werk in Polen verfügt über eine der europaweit modernsten Anlagen zur Herstellung von Lichtmasten. Es ist in der Lage, hohe Stückzahlen in kurzer Zeit zu erstellen, arbeitet stabil sowie profitabel und ist die wichtigste Produktionsstätte der gesamten Beleuchtungssparte von Europoles. Ohne den Verkauf des hochmodernen Produktionsstandortes im polnischen Konin wären die deutschen Standorte, die teils über alte Produktionsmaschinen verfügen, kaum an einen Investor zu verkaufen. Hier waren jedoch besondere rechtliche Schwierigkeiten zu überwinden.
 
Innovative Lösung mit Pre-Pack-Insolvenzverfahren nach polnischem Insolvenzrecht
 
Die Lösung war eine kluge Kombination eines Asset-Deals mit Hilfe eines polnischen Pre-Pack-Insolvenzverfahrens, die gemeinsam mit dem Warschauer Team von Schoenherr Rechtsanwälte entwickelt und umgesetzt wurde. Nach Abstimmung mit dem polnischen Insolvenzgericht und dem Antrag auf Genehmigung von Verkaufsbedingungen gibt das Gericht dem Kaufantrag für den Fall statt, sofern der Preis höher ist, als derjenige Betrag, der im Zuge des Insolvenzverfahrens bei einer Liquidation hätte erzielt werden können.
 
Der Käufer wurde zuvor in einem EU-konformen, d.h. offenen, transparenten, diskriminierungsfreien und fairen Investorenprozess durch Sönke Schulz mit seinem Team vom M&A-Beratungsunternehmen Sigma Corporate Finance GmbH (SIGMA) gefunden.
 
Gelungene grenzüberschreitende Sanierung in Eigenverwaltung
 
„Wir freuen uns sehr, dass mit dem Verkauf der verbliebenen Beleuchtungssparte an den portugiesischen Erwerber Metalogalva und jetzt - etwa zwei Jahren nach dem Insolvenzantrag - somit alle Geschäftsbereiche von Europoles an unterschiedliche Investoren erfolgreich übertragen werden konnten. Know-how, Substanz und Arbeitsplätze wurden erhalten und werden nunmehr fortgeführt“, sagt Alexander Reus. „Ohne die gute Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Wir bedanken uns daher bei Dr. Martin Prillmann und Michael Schauerte, mit denen wir in der ersten Phase erfolgreich zusammengearbeitet haben, und Herrn Torsten Rehfeldt und Herrn Hendrik Schulz, mit denen wir nun die übertragende Sanierung vollenden konnten.“
 
Im Laufe des Eigenverwaltungsverfahrens waren vorab schon andere Unternehmensteile und Tochtergesellschaften von Europoles erfolgreich veräußert worden. So wurde etwa die Infrastruktursparte im April 2019 inklusive der Tochtergesellschaft Europoles Suisse GmbH an das Familienunternehmen FUCHS & Söhne GmbH aus Berching verkauft. Die Tochtergesellschaft Europoles RMP GmbH in Lutherstadt-Eisleben ging an die Kagelmann-Gruppe. Außerdem konnten die ebenfalls zur Europoles-Gruppe gehörende Europoles Kromiss sp.z.o.o in Polen und die Mehrheitsbeteiligung an der Europoles Middle East LLC an Investoren veräußert werden.
 
Während des gesamten Verfahrens in Eigenverwaltung und der nunmehr abgeschlossenen Sanierung hat Rechtsanwalt Dr. Harald Schwartz von der Kanzlei SRI SCHWARTZ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter das Verfahren im Interesse der Gläubiger überwacht und konstruktiv begleitet. „Europoles ist ein sehr gutes Beispiel für eine grenzüberschreitende gelungene Sanierung in Eigenverwaltung“, sagt Dr. Harald Schwartz.
 
Wegfall eines Großauftrags Auslöser für die Insolvenz
 
Europoles hatte im Oktober 2018 einen Antrag auf ein gerichtliches Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung stellen müssen, nachdem ein Großauftrag mit einem Gesamtvolumen von über 110 Mio. Euro vom Auftraggeber plötzlich zurückgezogen wurde. Durch den Verlust des Großauftrags war die Unternehmensgruppe, die bereits erhebliche Mittel in die Abwicklung des Auftrags investiert hatte, in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.
 
Über Europoles
 
Europoles war Europas führender Hersteller von Masten, Türmen, Stützen und Tragsystemen sowie Dienstleistungen im Infrastrukturbereich. Dies umfasste den Aufbau von Kommunikations- und Freileitungsnetzen, die Elektrifizierung von Eisenbahnstrecken, die Lieferung von Beleuchtungsmasten sowie verschiedene Spezialmasten wie z.B. von Flutlichtanlagen und schlanke Architekturbetonstützen. Dabei kamen unterschiedliche Materialien wie Stahl, Beton und Kunststoff zum Einsatz. Europoles verfügte über drei Geschäftsbereiche: Infrastruktur, Beleuchtung und Energie. Vor der Insolvenz beschäftigte das Unternehmen rund 1.200 Mitarbeiter in Deutschland, Polen, Schweiz, dem Oman, den Niederlanden sowie in Frankreich und erzielte in der Gruppe einen Umsatz von ca. 180 Mio. Euro.
 
Über Metalogalva
 
Gegründet 1971 ist Metalogalva das älteste Unternehmen der VigentGroup, dem landesweiten Marktführer im Bereich von Stahlkonstruktionen und -oberflächenschutz. In Europa gehört das Unternehmen zu den Marktführern in der Konstruktion und Herstellung von Masten und ähnlichen Strukturen aus Stahl für Anwendungen in den Bereichen Beleuchtung, Energie, Telekommunikation und Verkehr sowie der erneuerbaren Energien. Metalogalva verfügt über eigene Standorte für die Feuerverzinkung und Beschichtung von Stahloberflächen.
 
Metalogalva wurde vielfach ausgezeichnet für seine Produktionsqualität und seine technologischen Innovationen. Die erfolgreiche internationale Expansion führte das Unternehmen in mehr als zehn Länder (Portugal, Spanien, Frankreich, Deutschland, Belgien, das Vereinigte Königreich, Algerien, Ukraine, Senegal, Brasilien und Saudi-Arabien). Die Produktionsstandorte des Unternehmens befinden sich in Algerien, Brasilien, Frankreich, Saudi-Arabien, Ukraine und Portugal.
 
Weitere Informationen unter: www.metalogalva.pt/en/
 
Über Anchor Management GmbH und Anchor Rechtsanwälte
 
Anchor ist ein Hybrid aus Anwaltskanzlei und Unternehmensberatung. Deutschlandweit gehört die Kanzlei mit 13 Standorten und über 130 Mitarbeitern in den Bereichen Insolvenz und Sanierung zu den großen Restrukturierungseinheiten. Anchor hat zahlreiche größere Unternehmen in der Insolvenz begleitet und saniert. Die Rechtsanwälte von Anchor werden regelmäßig als Insolvenzverwalter, Sachwalter oder Sanierungsgeschäftsführer in Insolvenz-, Eigenverwaltungs- und Schutzschirmverfahren vorgeschlagen und bestellt. In Beratungsmandaten verbindet Anchor rechtliche Kompetenz mit betriebswirtschaftlichem Know how.
 
Weitere Informationen unter: www.anchor.eu
 
 
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