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15 Jahre Beratung für psychische Gesundheit im Alter der Diakonie NAH e.V.

11.07.2025 Neumarkt.

Die Diakonie Neumarkt lädt am Dienstag, den 15. Juli, ab 14 Uhr ins Bürgerzentrum in Pölling ein, um das 15-jährige Bestehen ihrer Beratung für psychische Gesundheit im Alter zu feiern. Besucherinnen und Besucher erwartet ein gemütlicher Nachmittag mit Kaffee und Kuchen aus dem Tageszentrum sowie der Filmvorführung „Ü100“ von Dagmar Wagner. Der lebensbejahende Dokumentarfilm porträtiert acht über Hundertjährige, die ihr hohes Alter mit Mut, Witz, Würde und Selbstironie meistern. Die Botschaft: Altwerden ist kein Mangel – sondern eine Lebensphase voller Potenzial.

Die gerontopsychiatrische Fachstelle des Sozialpsychiatrischen Dienstes wurde 2010 eingerichtet und war die erste war die erste Beratungsstelle für Senioren im Landkreis Neumarkt. Seitdem unterstützt sie ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Angehörige. Zwar wurden ältere Klientinnen und Klienten bereits zuvor im Rahmen der allgemeinen Beratung begleitet – etwa seit 1999 in einer Gesprächsgruppe für Menschen, die mit psychischer Erkrankung alt geworden sind. Doch mit steigender Lebenserwartung, zunehmenden Pflegebedarfen und neuen psychischen Belastungen im Alter wurde eine spezialisierte Anlaufstelle notwendig. Zwei Fachkräfte mit Erfahrung in Altenhilfe übernahmen den Aufbau. Themen wie Demenz, Depression oder wahnhaftes Erleben standen von Beginn an im Mittelpunkt.

Schon in den Anfangsjahren wurde viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet, um das neue Angebot bekannt zu machen – insbesondere für eine Generation, die wenig Erfahrung im Umgang mit psychosozialer Beratung hatte. Neben der Einzelberatung entstanden rasch begleitende Gruppenangebote wie der Seniorentreff, das Sonntagscafé und inklusive Veranstaltungen im Bürgerhaus. Fachvorträge zu alterspsychiatrischen Themen rundeten das Angebot ab.

Zum zehnjährigen Bestehen erschien die Broschüre „Krisen meistern – das haben wir gelernt“, mit persönlichen Erfahrungsberichten von Betroffenen. Auch in der Corona-Pandemie blieb die Begleitung erhalten – mit großem Engagement und kreativen Lösungen. In den Folgejahren wurde das Angebot weiter ausgebaut, u.?a. durch Außensprechstunden in Parsberg, Berching, Seubersdorf und Freystadt.

Heute betreut die Fachstelle rund 150 Personen mit etwa 500 Beratungsgesprächen pro Jahr. Neben psychisch erkrankten Menschen werden auch Angehörige begleitet, es erfolgen Hausbesuche, Netzwerkarbeit sowie Vermittlung an Kooperationspartner.

„Der Umgang mit psychischen Erkrankungen ist heute offener als früher – das ist eine positive Entwicklung“, sagt Susanne Schulz, die die Fachstelle gemeinsam mit Angelika Schlierf-Lindner betreut. „Umbrüche im Leben sind immer riskante Zeiten, da eine Anpassungsleistung notwendig ist“, ergänzt Anita Drefs, Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes. Solche Umbrüche im Alter können z.?B. der Eintritt in die Rentenzeit oder Erkrankungen wie Parkinson oder ein Schlaganfall sein.

Das Fazit und Ausblick nach 15 Jahren: Mit dem Älterwerden der Babyboomer-Generation und der steigenden Lebenserwartung wächst der Bedarf weiter – auch weil viele ältere Menschen keine digitalen Selbstverständlichkeiten kennen und von gesellschaftlicher Teilhabe zunehmend ausgeschlossen sind. Zugleich sind Altersarmut bei Frauen und bei Menschen, die seit vielen Jahren mit einer psychischen Erkrankung leben, ein wachsendes Thema. Beratung für psychische Gesundheit im Alter der Diakonie NAH e.V. hilft dabei, diese psychische Krisen zu bewältigen, Isolation zu verhindern und die Lebensqualität im Alter zu stabilisieren. Die Fachstelle stärkt die Selbstständigkeit und trägt dazu bei, dass das Leben im Alter auch für psychisch beeinträchtigte Menschen lebenswert und würdevoll bleibt.



v.l. Susanne Schulz und Angelika Schlierf-Lindner – Foto: Iris Lederer

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