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Die Haustechniker im Martin-Schalling-Haus – von der Langzeitarbeitslosigkeit zur Festanstellung

16.04.2026 Neumarkt.

„Herr Damas könnten Sie bitte die Batterie in meiner Fernbedienung wechseln?“ „Herr Dechand und Herr Glöckner, würden Sie bitte die Tische im Wintergarten für eine Veranstaltung an die Wand schieben?“ So oder ähnlich klingt es im Martin-Schalling-Haus. „Wir sind hier die ‚Mädchen für alles‘“, lachen die drei Haustechniker. Kein Tag ist wie der andere. Sie reparieren, streichen, mähen den Rasen, pflegen den Garten, tragen Möbel, nageln Bilder an die Wände, verteilen Getränkekisten in den Wohnbereichen, leeren die Mülleimer etc. “Wir sind auch verantwortlich für das Reifenwechseln bei 17 Fahrzeugen und bringen sie zur Wartung, wir koordinieren Termine mit Handwerkern und sind deren Ansprechpartner.“ Die drei Haustechniker Wolfgang Damas, Andreas Dechand, Kay Glöckner haben immer ein offenes Ohr für alle Bewohnerinnen und Bewohner und die Menschen, die im Martin-Schalling-Haus arbeiten. „Wir versuchen allen, die hier wohnen, ein Zuhause zu schaffen,“ so W. Damas, der bereits seit 2009 im Martin-Schalling-Haus tätig ist. „Wir richten beispielsweise ihre Zimmer genauso ein, wie sie es wünschen. Da gibt es keinen Standard. Die Leute entscheiden, wo und welches Bild hängt, wo ein Sessel steht etc.“ A. Dechand ist seit 2022 im Team und K. Glöckner seit September 2025. Dass alle drei heute sozialversicherungspflichtige feste Anstellungen haben, war lange Zeit schwer vorstellbar. Sie waren jahrelang arbeitslos und galten als „besonders arbeitsmarktfern.“ Ihr erster Anker in dieser Situation wurde der Leb-mit-Laden – Tafel der Diakonie NAH e.V. in Neumarkt. „Ich war zunächst als 1-Euro-Jobber als Fahrer dort,“ erzählt W. Damas. Ein-Euro-Job so werden die vom Jobcenter geförderten Arbeitsgelegenheiten für Bürgergeld-Empfänger zu Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt oft genannt „Ich machte dort neben dem reinen Fahrdienst auch schon Reifenwechsel, kleine Reparaturen etc.“, so W. Damas. 2011 empfohl ihn Sonja Schambeck, die pädagogische Leitung des Ladens der Leitung des Martin-Schalling-Hauses der Diakonie NAH e. V, Frau Beate Völkl. Dort unterstützte er im 16i-Job den damaligen Haustechniker Raimund Krug und lernte mehr und mehr dazu. Ein 16i-Job (offiziell „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ nach § 16i SGB II) ist ein spezielles Förderinstrument für langzeitarbeitslose Menschen, die seit langer Zeit keine Arbeit gefunden haben und als besonders arbeitsmarktfern gelten. Als 2022 Raimund Krug in Rente ging, übertrug ihm B. Völkl die Leitung mit 37h pro Woche. „Ich hatte volles Vertrauen in Herrn Damas, dass er diese Aufgabe gut ausfüllen wird – und es hat sich absolut bestätigt. Herr Damas und sein Team sind eine Bereicherung für unser Haus. Sie sind Techniker mit Herz und leisten einen großen Beitrag dazu, dass hier im Haus, nicht nur alles reibungslos funktioniert, sondern sich auch alle wohlfühlen.“, so B.Vökl. „Sein Team“, das sind seit 2019 A. Dechand und seit September 2025 K. Glöckner. Auch sie waren zunächst beim Leb-mit-Laden – Tafel als 1-Euro-Kräfte im Fahrdienst, in der Autowartung, beim Ausladen und Sortieren etc. tätig. Inzwischen arbeiten A. Dechand 30h und K. Glöckner 20h pro Woche im Martin-Schalling-Haus. K. Glöckner sagt, dass er Glück hatte, dass durch die Generalsanierung im Haus noch jemand in der Haustechnik gebraucht wurde, da W. Damas viel in Gesprächen und Abstimmungen mit dem Sanierungsunternehmen und den Handwerkern eingebunden sei. „Ich bin wirklich sehr dankbar, hier im Martin-Schalling-Haus zu sein.“ Die Haustechniker arbeiten eng und gut zusammen. „Ich bin nicht der Abteilungsleiter, der sagt, alle tanzen nach meiner Pfeife,“ so Wolfgang Damas. „Nein, wir sind ein Team und helfen zusammen. Ich vergesse nicht, wo ich herkomme!“ Abschließend sagen alle drei wie aus einem Mund: „Wir gehen jeden Tag gerne in die Arbeit!“ 

 
 
v.l.: Andreas Dechand, Wolfgang Damas, Kay Glöckner  - Foto: Iris Lederer

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