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Sicherer Schulweg: Zu Fuß gehen fördert die Verkehrskompetenz

09.09.2019 Freystadt.

In Bayern treten die Schüler nach Ferienende wieder den Schulweg an. Um sich im Straßenverkehr sicher zu bewegen, sind gerade Grundschüler auf die Hilfe ihrer Eltern, ebenso jedoch auf eigene Erfahrungen, angewiesen. Zum Schulstart appelliert der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, deshalb an alle Eltern, das Elterntaxi stehen zu lassen und ihre Kinder stattdessen so zu fördern, dass diese ihren Schulweg alleine zu Fuß meistern können.
 
Kindgerechte Route zusammen einüben
 
Damit Kinder auch ohne Begleitung Erwachsener sicher ans Ziel kommen, ist allerdings zunächst die Unterstützung der Eltern gefragt: Es gilt, den sichersten Schulweg herauszusuchen und ihn gemeinsam einzuüben. Dies ist nicht immer der schnellste Weg: „Geeignet sind Routen, die durch Ampeln, Zebrastreifen und Verkehrsinseln das sichere Überqueren von Straßen erleichtern“, so Matthias Penkala, Regionalbeauftragter des ACE. Doch auch die Konfrontation mit Gefahrenstellen und deren sichere Bewältigung sollte geübt werden. Um Hektik und Unaufmerksamkeit zu vermeiden, empfiehlt der ACE vorher zu frühstücken und genügend Zeit für den Schulweg einzuplanen. Helle, reflektierende Kleidung trägt dazu bei, dass die jungen Verkehrsteilnehmer nicht übersehen werden.
 
Schutz von Kindern im Straßenverkehr gelingt nur gemeinsam
 
Auch die Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer ist maßgebliche Voraussetzungen dafür, dass Kinder eigenständig sicher zu Fuß zur Schule gehen. So appelliert der ACE an jeden Verkehrsteilnehmer, zu einem sicheren Miteinander im Straßenverkehr beizutragen, indem er Regeln ernst nimmt und unterwegs dem Straßenverkehr volle Aufmerksamkeit schenkt. Vision Zero – keiner kommt um, alle kommen an – muss ein gemeinsames Ziel sein.
 
Kein Lerneffekt auf dem Autorücksitz
 
Wer seinen Kindern durch eine Autofahrt den Fußweg zur Schule erspart, tut ihnen langfristig keinen Gefallen. „Auf dem Autorücksitz haben Kinder keine Möglichkeit, lehrreiche Erfahrungen im Straßenverkehr zu sammeln“, betont Bruno Merz, Leiter der ACE-Verkehrssicherheitsaktion „Goodbye Elterntaxi“. „Werden sie regelmäßig zur Schule gefahren, bleiben nicht nur die motorischen Fähigkeiten der Kinder auf der Strecke, auch das sichere Verhalten im Straßenverkehr kann so nicht erlernt werden.“ Zusätzlich belastet der Hol- und Bringverkehr die Verkehrssituation vor den Schulen. Besonders gefährdet sind Schulkinder, die zwischen parkenden Autos nicht gesehen werden. „Das Auto sollte auf dem Schulweg nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen“, rät Bruno Merz. Führt kein Weg an der Autofahrt vorbei, sollten Eltern nach Möglichkeit sogenannte „Kiss + Ride“-Halteplätze nutzen bzw. sich zusammen mit den Schulen für die Einrichtung solcher Hol- und Bringzonen ein paar hundert Metern vor Schulen einsetzen. Hier können Eltern ihre Kinder sicherer aussteigen lassen, sodass diese die Reststrecke selbständig zu Fuß gehen können.
 
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