ver.di Bayern warnt zum Weltsenior*innentag vor sozialer Ausgrenzung im Alter und fordert mehr soziale Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe
01.10.2026 – München
Zum Internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober macht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft in Bayern auf die Folgen von Altersarmut aufmerksam. Wer im Alter jeden Euro umdrehen muss, ist nicht nur materiell eingeschränkt. Armut kann auch bedeuten, nicht mehr am sozialen und kulturellen Leben teilnehmen zu können. Damit wächst die Gefahr von Rückzug, Scham, Einsamkeit und sozialer Ausgrenzung.
„Ein langes Arbeitsleben, Kindererziehung, die Pflege von Angehörigen oder gesellschaftliches Engagement – ältere Menschen haben über Jahrzehnte ihren Beitrag zu unserer Gesellschaft geleistet. Es darf nicht sein, dass ausgerechnet im Alter das Geld darüber entscheidet, ob jemand noch dazugehören und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann“, sagt Luise Klemens, Landesbezirksleiterin von ver.di Bayern.
Altersarmut bedeutet eben nicht nur ein leeres Konto. Sie kann Menschen aus dem gesellschaftlichen Leben drängen. Wer sich den Cafébesuch, den Vereinsbeitrag, den Ausflug oder die Fahrt zu Freund*innen nicht mehr leisten kann, zieht sich womöglich zurück. Aus finanzieller Armut darf keine soziale Armut werden, fordert die Gewerkschaft.
Steigende Lebenshaltungs-, Gesundheits- und Pflegekosten verschärfen den finanziellen Druck auf ältere Menschen. Gleichzeitig dürfen Angebote, die soziale Teilhabe ermöglichen und Einsamkeit entgegenwirken, nicht Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Nötig sind vielmehr verlässliche und gut erreichbare soziale Strukturen vor Ort.
Dazu gehören aus Sicht von ver.di Bayern beispielsweise ein Quartierstreff und ambulante Wohnformen, die es älteren Menschen ermöglichen, möglichst lange selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Ebenso wichtig sind Angebote, die verschiedene Generationen zusammenbringen. Kooperationen von Pflegeeinrichtungen mit Kitas, Schulen oder Jugendzentren können Kontakte schaffen und gegenseitiges Verständnis fördern.
Für ver.di Bayern ist deshalb die Bekämpfung von Altersarmut eine zentrale Voraussetzung für ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben im Alter. Vor allem Frauen sind davon deutlich mehr betroffen als Männer. Ver.di Bayern engagiert sich bereits seit Jahren im „Bündnis gegen Altersarmut in Bayern - insbesondere von Frauen“ und ruft weitere Organisationen und die Landespolitik zur Mitwirkung auf.
„Wer ein Leben lang zu dieser Gesellschaft beigetragen hat, darf im Alter nicht an ihren Rand gedrängt und vergessen werden“, so Klemens zusammenfassend.
Weitere Informationen auf der Website des Bündnisses