Regionale Wirtschaft im Dialog mit der Bundespolitik

28.10.2026 – Neumarkt

IHK-Gremien Amberg-Sulzbach und Neumarkt tauschen sich mit den Bundestagsabgeordneten Susanne Hierl und David Mandrella zu Energienetzen und Bürokratie aus

Wie lässt sich der Wirtschaftsstandort Oberpfalz stärken? Darüber haben die IHK-Gremien Amberg-Sulzbach und Neumarkt bei einer gemeinsamen Sitzung mit den Bundestagsabgeordneten Susanne Hierl und David Mandrella diskutiert. Im Mittelpunkt stand der Ausbau der Stromnetze und der Abbau von Bürokratie. Beide Abgeordnete zeigten sich offen für die Anliegen der Unternehmen und sagten zu, diese in Berlin einzubringen. Gastgeberin war die Hammerbacher GmbH in Neumarkt. Geschäftsführerin Ursula Hammerbacher führte die Wirtschaftsvertreter vorab durch den energieeffizienten Standort, vom Logistikzentrum für Büromöbel über die Schreinerei in das neue Verwaltungsgebäude. Gemeinsam mit Markus Frauendorfer, dem Vorsitzenden des IHK-Gremiums Amberg-Sulzbach, betonte sie die enge Verbindung beider Regionen. Ihre Botschaft: Die ersten zarten Konjunkturhoffnungen sollten genutzt werden, weg vom Jammern, hin zum Gestalten.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes ordnete die Stimmung ein: Zwar gebe es erste positive Signale, in den aktuellen Umfragen nennen die Betriebe jedoch politische Unsicherheit und fehlende Planbarkeit als größtes Hemmnis. Umso wertvoller sei der direkte Austausch mit den Abgeordneten.

Netzausbau als Standortfaktor

Frank Backowies von den Stadtwerken Amberg machte deutlich, wie wichtig ausreichende Netzkapazitäten für die Entwicklung von Gewerbegebieten in der Region sind. Wo vorgelagerte Netze nicht schnell genug ausgebaut werden, verzögerten sich Anschlüsse teils um viele Jahre. Er wünscht sich mehr Spielraum für die Verteilnetzbetreiber bei Investitionen und Personal.

Susanne Hierl sagte zu, die Anliegen aus der Region an die zuständigen Stellen auf Bundesebene weiterzugeben und warb für eine praxistaugliche Regulierung, die den Versorgern Investitionssicherheit gibt. David Mandrella verwies auf die laufenden parlamentarischen Beratungen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz, mit denen auch das Bundesnetzpaket verbunden ist. Dabei gehe es auch darum, die Anreize für Netzbetreiber richtig zu setzen. Er bot an, den Austausch mit den zuständigen Fachpolitikern in Berlin zu unterstützen.

Bürokratie praxistauglich gestalten

Breiten Raum nahmen auch Dokumentations- und Meldepflichten ein, etwa der digitale Produktpass, die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) oder die Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD). Gerade mittelständische Betriebe berichteten von hohem Aufwand. Hierl, rechtspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, plädierte dafür, europäische Vorgaben frühzeitig auf ihre Praxistauglichkeit zu prüfen und sich bereits auf EU-Ebene einzubringen. Bei der CSRD habe sie sich dafür eingesetzt, den Unternehmen mehr Zeit zu verschaffen. Zudem warb sie für mehr unternehmerische Eigenverantwortung, weniger Doppelregulierung sowie Instrumente wie den „Bauturbo“ und den Gebäudetyp E, die das Bauen einfacher und günstiger machen sollen. David Mandrella beschrieb die Abwägung, vor der das Parlament steht: Entlastungen für die Wirtschaft müssten mit der Haushaltslage und der sozialen Absicherung in Einklang gebracht werden. Mit Blick auf Gesundheit, Rente und Arbeitsmarkt betonte er, dass der demografische Wandel tragfähige Lösungen für die kommenden Jahrzehnte erfordere. Austausch wird fortgesetzt Die Gremien und die beiden Abgeordneten vereinbarten, im Gespräch zu bleiben und in rund einem halben Jahr gemeinsam zu schauen, wie sich die besprochenen Themen entwickelt haben.

IHK-Gremien zu Gast in Neumarkt (v.l.): IHK-Geschäftsstellenleiterin in Amberg Yvonne Schieder, IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes, IHK-Gremiumsvorsitzende Neumarkt Ursula Hammerbacher, die Bundestagsabgeordneten David Mandrella und Susanne Hierl, IHK-Geschäftsstellenleiterin in Neumarkt Silke Auer und IHK-Gremiumsvorsitzender Amberg-Sulzbach Markus Frauendorfer. (Foto: Michael Sandner)

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