Hohe Energiepreise gefährden Standort

23.10.2026 – Regensburg / München

Energiewende-Barometer 2026: Fast jedes zweite bayerische Unternehmen sieht seine Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Rückmeldungen aus der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim bestätigen den Trend.

Hohe Energiekosten belasten die bayerische Wirtschaft. Fast jedes zweite Unternehmen sieht dadurch seine Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Das zeigt das Energiewende-Barometer 2026 des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags. Die Rückmeldungen aus der Oberpfalz und dem Landkreis Kelheim weisen in dieselbe Richtung. Jeder fünfte Betrieb in Bayern schränkt wegen der Energiepreise seine Produktion ein, erwägt eine Verlagerung ins Ausland oder hat entsprechende Schritte bereits umgesetzt. Regional zeigt sich eine vergleichbare Entwicklung.

„Wenn Unternehmen Investitionen zurückstellen, ihre Produktion einschränken oder verlagern, ist das ein ernstes Warnsignal für unseren Wirtschaftsstandort“, sagt Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim. „Die bayerischen Ergebnisse spiegeln wider, was uns auch Unternehmen aus der Region berichten.“

Stromkosten senken, Investitionen ermöglichen

Vier von fünf bayerischen Unternehmen fordern niedrigere Steuern und Abgaben auf Strom. Auch die regionalen Rückmeldungen zeigen diese Tendenz. „Entscheidend ist, was Unternehmen tatsächlich für eine Kilowattstunde bezahlen“, erklärt IHK-Energieexperte Richard Röck. Energie müsse verlässlich verfügbar und international wettbewerbsfähig sein. Entlastungen dürften nicht auf einzelne Branchen beschränkt bleiben. Zugleich braucht die Wirtschaft leistungsfähige Energienetze, ausreichende Netzkapazitäten und funktionierende Anschlussverfahren. „Die Energiewende muss nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich funktionieren.“

Bürokratie bremst Transformation

70 Prozent der bayerischen Betriebe nennen Bürokratie als eines der größten Transformationshemmnisse. Regional belasten darüber hinaus fehlende Planbarkeit und eine aus Sicht der Unternehmen unbeständige Energiepolitik die Investitionsbereitschaft.

„Unternehmen entscheiden für viele Jahre. Dafür brauchen sie verlässliche Energiepreise, Netzzugänge und Genehmigungsverfahren“, sagt Helmes. Nur noch rund die Hälfte der bayerischen Unternehmen hält am Ziel fest, bis spätestens 2045 klimaneutral zu werden. Im Vorjahr waren es gut 80 Prozent. „Die Bereitschaft zur Transformation ist vorhanden. Unternehmen können aber nur dauerhaft investieren, wenn Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit zusammenpassen.“

Am Energiewende-Barometer 2026 beteiligten sich bundesweit rund 3.100 Unternehmen, darunter rund 350 aus Bayern. Aus dem Bezirk der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim liegen 67 Rückmeldungen vor.

www.ihk.de/regensburg/energiewendebarometer

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