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Gast aus Madagaskar am Beruflichen Schulzentrum Neumarkt

27.10.2026 – Neumarkt

„Wir sind berufen, an der Seite der Ärmsten zu stehen“
 
Der Leiter des Referates Weltkirche Dr. Gerhard Rott besucht mit seinen Gästen aus der „Einen Welt“ schon seit Jahren regelmäßig die Berufsschule Neumarkt. Im Rahmen des Religionsunterrichts werden den Schülerinnen und Schülern das Engagement und die Leistungen der kirchlichen Hilfswerke, in diesem Fall Missio, gezeigt, und wie sie sich durch ihre Solidarität an einer Besserung der Lebensumstände in diesem Fall junger Menschen beteiligen können. 
 
Schwester Rolandine Razafiarisoa erzählt von ihrem Leben und ihrer Aufgabe.  Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche, die in Madagaskar gut die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Oft sind sie mit ihren Müttern auf sich gestellt oder ganz alleine. Früh müssen sie sich Arbeit suchen, statt zur Schule zu gehen. Dennoch gelingt dem „Lycée Mompera Michel Ranaivo“ etwas Besonderes: Die Schülerzahlen steigen. Und das, obwohl Geld allerorten knapp ist. Das Schulgeld wird bewusst gering gehalten.
 
Die Menschen schätzen unsere Arbeit, sagt Schwester Rolandine, die schließlich Ordensfrau und Lehrerin wurde und heute ihrer Ordensgemeinschaft, den „Soeurs de Jeanne Delanoue“ in Analavory vorsteht. Die Kongregation packt nicht nur in Schule und angeschlossenem Internat mit an. Auch Zuhören ist wichtig in einem Land, in dem der Staat abwesend ist.
 
Inzwischen konnte mit der Hilfe von missio auf dem Schulgelände ein Brunnen gebaut werden. Denn nicht nur Bildung, auch sauberes Wasser ist ein Menschenrecht. Für viele Kinder und Jugendliche ist der Zugang im Schulhof die einzige Möglichkeit, sorgenfrei zu trinken, sich zu erfrischen und zu waschen. Nur wer gesund ist, kann auch gut lernen, davon ist Schwester Rolandine überzeugt. Als nächstes sollen Toiletten gebaut werden.
 
Unsere Berufung ist es, an der Seite der Bedürftigen zu stehen und uns um die Ärmsten zu kümmern, erklärt Schwester Rolandine. Den Armen zu dienen, heißt aber eben auch, ihnen zu helfen, aus der Armut herauszukommen – zum Beispiel durch Bildung.
 
76 Schülerinnen und Schüler aus 3 Klassen folgten aufmerksam den Ausführungen von Schwester Ronaldine die unterstützt von einem kleinen Videofilm und Bildern die Lebensbedingungen der jungen Menschen und ihre Aufgabe als Leiterin einer Bildungsinstitution eindrucksvoll darlegte. Die anschließende Aussprache zeigte, dass die Schülerinnen u. Schüler angesprochen waren. Eine rundum gelungene Veranstaltung.
 

 
StD A. Scholz, StD, J. Rupp, OStD W. Pröbster,Schw. Ronaldine. Übersetzerin Fifa, Dr. G. Rott

Text: Johann Rupp
Foto: Omar Shamkh

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