Chancen für das Auslandsgeschäft in Ost- und Südosteuropa

06.10.2026 – Regensburg

Ost-West-Forum BAYERN 2026: Unternehmen und Länderexperten diskutierten über Standortfaktoren, Marktchancen und Lieferketten

Neue Wachstumschancen, veränderte Standortbedingungen und geopolitische Risiken prägen das Geschäft in Ost- und Südosteuropa. Rund 140 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik trafen sich beim Ost-West-Forum BAYERN 2026 in der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim, um über die Perspektiven dieser Region zu diskutieren.

Für den IHK-Präsidenten Christian Volkmer steht fest: „Ost- und Südosteuropa sind wichtige Wirtschaftspartner Bayerns." Eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit über Grenzen hinweg stärkt seiner Auffassung nach nicht nur die Unternehmen, sondern auch Europas Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit.

Impulse von Bayerns Wirtschaftsminister

Besonders die Märkte in Ost- und Südosteuropa verdienen laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der das Ost-West-Forum eröffnete, Aufmerksamkeit. In unsicheren Zeiten komme es darauf an, Handelsbeziehungen breit aufzustellen und neue Partner in der Nachbarschaft zu gewinnen. Der Freistaat unterstütze die Unternehmen dabei gemeinsam mit seinen Außenwirtschaftspartnern.

Differenziert betrachten muss man die Region allerdings. Die Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) und Germany Trade & Invest (GTAI) ordneten aktuelle Entwicklungen in ausgewählten Ländern ein. Stefan Kägebein, Referatsleiter Ost- und Südosteuropa und Südkaukasus bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), warnte: „Ost- und Südosteuropa ist kein einheitlicher Markt. Entscheidend ist, Chancen und Risiken in jedem Zielland sorgfältig abzuwägen und die eigene Strategie daran auszurichten."

Ausländische Märkte können das Geschäft daheim stützen

Wie Internationalisierung konkret zu Wachstum und Resilienz führt, erläuterte Dr. Philipp Dehn, CEO und geschäftsführender Gesellschafter der DEHN SE, in seiner Keynote. „Internationalisierung eröffnet unzählige Geschäftsmöglichkeiten und sichert nicht zuletzt auch Arbeitsplätze hier in Deutschland", sagte Dehn. Sein Beispiel zeigt die Praxis: Rumänien hat sich für DEHN als ideale Ergänzung zum Standort Neumarkt für das Geschäft in Europa herauskristallisiert. Damit wurde deutlich, wie Unternehmen auch in Zeiten vielfältiger geopolitischer Krisen ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern können.

Über veränderte Lieferketten und Standortentscheidungen diskutierten anschließend Dr. Philipp Dehn, Nikola Heckmann (KORODUR International) und Gudrun Weidmann (Bayerisches Wirtschaftsministerium) auf dem Podium zum Thema „Zwischen Krisen und Chancen - Europas Zukunft als Wirtschaftsstandort". Zentral für einen wettbewerbsfähigen Standort sind ihnen zufolge verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und ein stärkerer EU-Binnenmarkt.

Berichte aus der Praxis

Nach dem Mittag wurden die übergeordneten Fragen praxisnah vertieft: Drei parallele Sessions behandelten konkrete Märkte, Diversifizierung und Transformation, neue Geschäftsfelder im Sicherheits- und Verteidigungsbereich sowie widerstandsfähigere Lieferketten.

Positiv zog IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Helmes in seinen Schlussworten Bilanz. Das Forum habe gezeigt, wie groß das Interesse der bayerischen Unternehmen an der Region ist. Der direkte Austausch mit Länderexperten und Praktikern helfe den Betrieben, Chancen zu erkennen und Risiken realistisch einzuschätzen.

Gemeinsam organisiert wird das Ost-West-Forum BAYERN von den bayerischen IHKs. Die Veranstaltung findet alle zwei Jahre statt, in Kooperation mit den Auslandshandelskammern, dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Bayern International und weiteren Partnern.

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