Callcenterbetrug in russischer Sprache – 90-Jährige übergibt mehrere zehntausend Euro
05.10.2026 – Amberg
Am Donnerstag, 1. Oktober 2026, wurde eine 90-jährige Rentnerin im Stadtgebiet Opfer eines Callcenterbetrugs in russischer Sprache. Die bislang unbekannten Täter täuschten einen Verkehrsunfall der Tochter der Geschädigten vor und veranlassten die Übergabe von Bargeld in Höhe von mehreren zehntausend Euro. Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg hat die Ermittlungen übernommen.
Am Donnerstagvormittag kontaktierten die bislang unbekannten Täter die 90-jährige Frau telefonisch und gaben sich als Polizeibeamte aus. In russischer Sprache erklärten sie der Geschädigten, dass ihre Tochter einen Verkehrsunfall verursacht habe und zur Abwendung weiterer strafrechtlicher Konsequenzen eine Kaution zu entrichten sei. Im weiteren Verlauf forderten die Tatverdächtigen mehrere tausend Euro. Während des gesamten Gesprächs hielten die Anrufer den telefonischen Kontakt zur Geschädigten aufrecht. In der Folge erschien eine männliche Person an der Wohnanschrift der 90-Jährigen und nahm Bargeld in Höhe von mehreren zehntausend Euro entgegen. Die Geschädigte konnte beobachten, dass der Geldabholer zuvor mit einem kleineren weißen Pkw vor ihrer Wohnanschrift geparkt hatte. Nach der Geldübergabe entfernte sich der Mann mit dem Pkw in Richtung Dreifaltigkeitsschule. Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg hat die Ermittlungen aufgenommen.
Der Geldabholer wird wie folgt beschrieben:
Ca. 160 cm Groß
Kurze schwarze Haare (seitlich kurz abrasiert)
Mitteleuropäisches Aussehen
Bei der Tat handelt es sich um die bekannte Betrugsvariante der sogenannten „russischen Callcenter“, bei der die Täter ihre Opfer ausschließlich in russischer Sprache kontaktieren.
Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg bittet Zeugen, die am Donnerstag, 1. Oktober 2026, gegen 11 Uhr im Bereich der Peter-Lippert-Straße oder entlang der Fahrtstrecke in Richtung Dreifaltigkeitsschule verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, um Hinweise. Insbesondere werden Personen gesucht, die einen kleineren weißen Pkw oder eine männliche Person beim Ein- oder Aussteigen beziehungsweise im Bereich der Wohnanschrift der Geschädigten beobachtet haben. Hinweise nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Amberg unter der Telefonnummer 09621/890-0 entgegen.
Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt eindringlich vor dieser und ähnlichen Betrugsmaschen. Legen Sie bei solchen Anrufen sofort auf und bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr!
Weitere Tipps der Polizei gegen Callcenter-Betrüger und falsche Polizisten:
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen – auch nicht durch angebliche Polizisten oder andere Amtsträger.
Die Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen!
Vereinbaren Sie mit Ihren Angehörigen oder engen Vertrauten ein Codewort für Notfälle, welches bei einem zweifelhaften Gespräch abgefragt wird. Nur wenn dieses Codewort genannt wird, wissen Sie, dass der Hilferuf echt ist. Das Codewort sollte leicht zu merken, aber nicht zu leicht zu erraten sein (z.B. Wörter aus Situationen, die Sie beide verbinden und sonst niemand kennt).
Rufen Sie niemals über die am Telefon angezeigte Nummer zurück!
Übergeben Sie kein Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte!
Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit! Im Zweifel 110 wählen.
Lassen Sie Ihren Telefonbucheintrag löschen oder zumindest Vorname und Adresse entfernen. Zum Löschen eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an Ihren Telefonanbieter. Ein Formular und Kontaktadressen finden Sie unter: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick/