Wort aus der Kirche / Impuls für den Alltag
12.09.2026 – Neumarkt
Schule des Lebens
Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Einschulung, an erste Schultage und überhaupt an Ihre Schulzeit? Was haben Sie daraus mitgenommen? Man sagt ja so schön: „Nicht für die Schule lernen wir, sondern fürs Leben.“
Ich habe jahrelang in der Nacht vor dem ersten Schultag schlecht geschlafen - vor Aufregung und Anspannung. Selbst dann noch, als ich längst auf eine weiterführende Schule ging. Die Angst vor dem Neuen, Ungewissen raubte mir den Schlaf. Und jedes Jahr aufs Neue kam ich erleichtert und beschwingt nach dem ersten Schultag nach Hause, weil es gar nicht schlimm gewesen war, sondern eigentlich ganz entspannt. Und von da an bin ich immer gern in die Schule gegangen.
Ich habe dort viel gelernt – nicht nur einen ganzen Kosmos an interessanten Inhalten und nützlichen Fähigkeiten, sondern vor allem auch menschlich:
Wie wichtig es ist, dass Eltern ihren Kindern vermitteln: Ich bin stolz auf dich und traue dir zu, dass du das alleine schaffst; aber ich bin da und helfe dir, wenn du Unterstützung brauchst.
Wie prägend Lehrkräfte werden können, deren Begeisterung für ihr Fach und die Liebe zu ihrem Beruf und den ihnen anvertrauten jungen Menschen spürbar ist.
Welche Bedeutung ein gutes Klassenklima für das gemeinsame Lernen hat: Dass Kinder bzw. Jugendliche mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Vorstellungen ihre Gedanken einbringen, Fragen stellen, einander zuhören, so ihre eigene „bubble“ verlassen, Verschiedenheit als bereichernd erleben, Selbstvertrauen und einen eigenen Standpunkt entwickeln und zugleich eine Haltung der Achtsamkeit und Wertschätzung, des Respekts und der Hilfsbereitschaft einüben.
So wünsche ich allen Betroffenen einen guten Start ins neue Schuljahr und freue mich, dass wir als Kirchen diesen Übergang mit Schulgottesdiensten begleiten und Gottes Segen zusprechen können.
Ihre Barbara Thie