Programm für die Ausstellung und den Vortrag zum Truppenübungsplatz vorgestellt

29.09.2026 – Hohenfels

Im Rahmen eines Pressetermins wurde in Hohenfels das Programm für die Ausstellung und den Vortrag zum Truppenübungsplatz vorgestellt. Die US-Armee nutzt den Platz seit nunmehr 75 Jahren, er hat allerdings eine weitaus längere Geschichte. Bereits 1938 wurde er im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht gegründet. 544 Anwesen und Bauernhöfe wurden bis 1940 abgelöst. Nach dem Krieg diente das Lager zunächst als Auffangstelle für sog. „Displaced Persons“, darunter beispielsweise viele Polen, die auf den Rücktransport in ihr Land warteten. Ab 1948 wurde der Truppenübungsplatz für deutsche Heimatvertriebene zur Verfügung gestellt. Am 24. August 1951 kam dann ein Anspruchschreiben der Amerikaner auf Nutzung des Platzes zuzüglich einer Erweiterung, welchem stattgegeben wurde.

Heute befindet sich das Gebiet im Gemeindebereich von Hohenfels und Velburg. Der Velburger Teil umfasst die Erweiterung nach 1951, diesbezüglich gab es in Velburg auch vor kurzem eine Ausstellung. Im Oktober geht es im Wesentlichen um den Hohenfelser Teil, wobei die Orte vor der Gebietsreform abgelöst wurden, es sich also um ehemals eigenständige Gemeinden handelte. Bürgermeister Christian Graf betonte, dass es angesichts der Vertreibung von Bewohnern keinen Grund gäbe zu feiern. Man erinnere vielmehr, ließe die Geschichte Revue passieren. Die Hohenfelser Ablösung liegt zeitlich viel weiter weg als die Velburger, hier gibt es keine Zeitzeugen mehr. Deshalb musste auf private Archive oder Presseberichte, auch überörtliche, zurückgegriffen werden.

Eine Arbeitsgruppe bestehend aus dem Archivpfleger Albert Vogl, Norbert und Helga Wittl, Hans Hammer, Hans Fleischmann, Peter Karl, dem Heimatpfleger Georg Münchsmeier und John Cavenaugh nahmen sich neben Graf der Sache an und erstellten 52 Schautafeln mit Texten und Bildern für den Zeitraum von 1938 bis 1951. Den Vortrag, der von 1951 bis 2026 reicht, wird Norbert Wittl präsentieren. Viele Arbeitsgruppenmitglieder arbeiteten oder arbeiten heute noch im Truppenübungsplatz. Graf zeigte sich erfreut, dass das Material geordnet wurde. Es sei ihm ein Anliegen gewesen, es jetzt zu machen, wenn es noch Personen gibt, die vor Ort gearbeitet haben. Die Tafeln zeigen unter anderem Bilder der früheren Orte sowie deren Position im Truppenübungsplatz. Viele haben sich verändert, es stehen nur noch wenige Fundamentreste oder sie sind zu Lagern umgebaut worden.

Der Platz hat unter amerikanischer Nutzung drei Episoden: 1951 bis 1989 wurde scharf geschossen, ab 1988 wurde das Combat Maneuver Training Center (CMTC) eingerichtet, in dem Laser-Duellier-Systeme genutzt wurden. Seit 2005 ist der offizielle Name „Joint Multinational Readiness Center“ (JMRC). Multinational steht dabei für die Nutzung von vielen verschiedenen, meist NATO-Staaten. Die Ausstellung findet vom 23. bis 25. Oktober 2026 im Keltensaal in Hohenfels statt. Am 23. wird um 18 Uhr offiziell eröffnet, Einlass ist ab 17 Uhr. Es werden geladene Gäste kommen, die Eröffnung ist jedoch öffentlich zugänglich, betonte Graf. Samstag und Sonntag beginnt die Veranstaltung um 14 Uhr, Vorträge von Norbert Wittl sind am Samstag um 15 und 19 Uhr, am Sonntag nur um 15 Uhr.

Auch wenn sich niemand an die Ablösung vor 88 Jahren erinnern wird, der Einmarsch der amerikanischen Soldaten am 22. April 1945 und die Zeit danach ist noch vielen Hohenfelsern in Erinnerung. Graf hofft, dass auch viele aus der Gemeinde Nainhof-Hohenfels abgesiedelte Personen zur Ausstellung kommen und ihre Erinnerungen preisgeben werden. Nainhof-Hohenfels mit dem Hauptort Nainhof, 9821 ha groß, wurde 1950 gegründet, bestehend aus den Truppenübungsplatzgemeinden und der Gemeinde Hohenfels. Mit Blick auf die Sinnhaftigkeit des Truppenübungsplatzes merkte Graf zum Schluss an: „Leben in Frieden ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr“.

Bericht: Jürgen Schlegel

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