Grüne freuen sich über schnelle Umsetzung ihrer Initiative zum Igelschutz

07.09.2026 – Neumarkt

Stadt Neumarkt setzt Informationskampagne zu Mährobotern bereits um – Homepage, Social-Media-Kampagne und Flyer informieren über Gefahren für Igel und andere nachtaktive Tiere

Die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen freut sich über die schnelle Umsetzung ihres Antrags zum Schutz von Igeln und anderen nachtaktiven Tieren vor Mährobotern. Bereits im Juni hatte die Fraktion beantragt, eine städtische Informations- und Sensibilisierungskampagne ins Leben zu rufen, die über die Gefahren insbesondere des nächtlichen Betriebs von Mährobotern informiert. Vorgesehen war dabei ausdrücklich, die verschiedenen Kommunikationskanäle der Stadt zu nutzen und den Bürgerinnen und Bürgern konkrete Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben. 

Die Stadt Neumarkt hat die Initiative nun unmittelbar aufgegriffen und umfassend umgesetzt. Auf der städtischen Homepage können sich Bürgerinnen und Bürger bereits ausführlich über den Schutz von Igeln und die verantwortungsvolle Nutzung von Mährobotern informieren. Ergänzt wird das Angebot durch einen von der Stadt erstellten Informationsflyer sowie eine Social-Media-Kampagne.

Alle Informationen zum Igelschutz und zum richtigen Umgang mit Mährobotern sind auf der Internetseite der Stadt Neumarkt unter www.neumarkt.de/igelschutz⁠ abrufbar. Dort finden sich neben Informationen über die Gefahren durch Mähroboter auch konkrete Empfehlungen für einen igelfreundlichen Garten. 

„Wir freuen uns sehr darüber, dass die Stadt unseren Antrag so schnell aufgegriffen und das Thema mit viel Engagement und sehr ansprechend umgesetzt hat. Unser Ziel war von Anfang an nicht ein Antrag um des Antrags willen, sondern dass die Information tatsächlich bei den Menschen ankommt und dadurch Tiere geschützt werden. Genau das passiert jetzt“, erklärt Dr. Franziska Hutzler, Fraktionsvorsitzende der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Hintergrund des Antrags ist die besondere Gefährdung von Igeln und anderen nachtaktiven Tieren durch Mähroboter. Während viele Tiere bei einer Gefahr fliehen, rollen sich Igel häufig zusammen. Dadurch können Begegnungen mit den Geräten schwere oder sogar tödliche Verletzungen verursachen. Die Grünen hatten deshalb vorgeschlagen, insbesondere darüber aufzuklären, Mähroboter während der Nacht und in den Abendstunden nicht einzusetzen. Im Antrag wird als Orientierungszeitraum Anfang März bis Ende November sowie eine Zeitspanne von etwa eineinhalb Stunden vor Sonnenuntergang bis eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang genannt. 

„Viele Menschen wissen gar nicht, welche Gefahr ein nachts fahrender Mähroboter für einen Igel darstellen kann. Gerade deshalb ist Aufklärung so wichtig. Wer seinen Mähroboter tagsüber fahren lässt, kann mit einer einfachen Änderung einen konkreten Beitrag zum Artenschutz im eigenen Garten leisten“, betont Sigrid Steinbauer-Erler.

Johanna Sternberg ergänzt: „Natur- und Tierschutz beginnt nicht erst irgendwo außerhalb der Stadt. Unsere Gärten und Grünflächen sind wichtige Lebensräume. Mit der Kampagne erreichen wir die Menschen genau dort, wo sie selbst unmittelbar etwas zum Schutz der Tiere beitragen können.“

Die städtische Informationskampagne ergänzt dabei eine wichtige Maßnahme auf Landkreisebene. Der Landkreis Neumarkt i.d.OPf. hat mit Allgemeinverfügung ein nächtliches Fahrverbot für Mähroboter zum Schutz von Igeln und kleinen Wirbeltieren erlassen, das am 20. August 2026 in Kraft getreten ist. Demnach müssen Mähroboter in der Zeit von 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang stillstehen.

„Damit greifen Information und konkrete Regelung sinnvoll ineinander. Auf der einen Seite schaffen wir Bewusstsein dafür, warum der nächtliche Betrieb problematisch ist, auf der anderen Seite wird der Schutz der Tiere durch die Regelung auf Landkreisebene zusätzlich gestärkt“, erklärt Olaf Böttcher.

Auch Thomas Leykam, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, sieht in der schnellen Umsetzung ein positives Signal: „Es zeigt, dass kommunalpolitische Initiativen auch ohne lange Verfahren sehr unmittelbar etwas bewirken können. Wenn Verwaltung und Politik ein gemeinsames Ziel verfolgen und pragmatisch handeln, profitieren am Ende die Bürgerinnen und Bürger – und in diesem Fall ganz konkret der Artenschutz.“

Für die Grünen schließt sich damit ein Kreis: Aus der politischen Initiative im Stadtrat ist innerhalb kurzer Zeit ein konkretes Informationsangebot für die Bevölkerung entstanden. Entscheidend sei nun, dass möglichst viele Besitzerinnen und Besitzer von Mährobotern erreicht werden.

„Wenn am Ende möglichst viele Menschen wissen, warum ihr Mähroboter nachts und in den Abendstunden besser stehen bleibt, dann haben wir genau das erreicht, was wir mit unserem Antrag wollten“, fasst Dr. Franziska Hutzler zusammen.

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