Aus Moor wird Zukunft: Pfleiderer erhält Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte 2026

21.09.2026 – Neumarkt

Auszeichnung würdigt wegweisende Nutzung von Rohstofffasern aus Moorwiedervernässung für die Holzwerkstoffindustrie


Die Pfleiderer Deutschland GmbH wurde mit dem Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte 2026 ausgezeichnet. Prämiert wurde das Projekt „Moorplatte – Faserplatte mit Rohstoffen aus Moorwiedervernässung“ in der Kategorie „Material/Komponente – Bau/Architektur“. Die Auszeichnung wird gemeinsam vom Deutschen Institut für Service-Qualität (DISQ), dem Nachrichtensender ntv und dem DUP UNTERNEHMER-Magazin vergeben. Aus insgesamt 433 eingereichten Projekten wählte die Fachjury die Pfleiderer-Innovation als Gewinner aus.

Klimaschutz und industrielle Innovation miteinander verbinden

Mit der Moorplatte verfolgt Pfleiderer einen neuartigen Ansatz zur nachhaltigen Weiterentwicklung von MDF-Faserplatten. Erstmals werden Fasern aus sogenannter Paludi-Biomasse genutzt, die auf wiedervernässten Moorflächen wächst. Dazu zählen unter anderem Schilf und Rohrkolben. Diese biogenen Rohstoffe ergänzen einen Teil der bislang eingesetzten Holzfasern und schaffen einen zusätzlichen nachhaltigen Rohstoffpfad für die Holzwerkstoffindustrie.
 
„Die Herausforderungen des Klimawandels erfordern neue Denkansätze entlang bestehender Wertschöpfungsketten. Mit der Moorplatte erschließen wir einen völlig neuen Rohstoffpfad für die Holzwerkstoffindustrie und leisten gleichzeitig einen Beitrag zur Wiedervernässung von Mooren, einem der wirksamsten Hebel für den Klimaschutz. sagt Dr. Stefanie Eichiner, Head of Sustainability bei Pfleiderer. „Die Auszeichnung bestätigt unseren Anspruch, Nachhaltigkeit und Innovation konsequent zusammenzudenken. Mit der Moorplatte zeigen wir, dass Klimaschutz nicht nur Verzicht bedeutet, sondern neue Lösungen und Perspektiven für nachhaltige Materialien schafft.“
 
Beitrag zur Wiedervernässung von Mooren

Hintergrund des Projekts ist die besondere Bedeutung von Mooren für den Klimaschutz. Entwässerte Moore zählen mit 7% zu den größten landbasierten Treibhausgasquellen. Durch ihre Wiedervernässung können erhebliche Mengen CO₂ gebunden werden. Gleichzeitig entsteht mit dem Anbau und der Nutzung von Paludi-Biomasse ein nachwachsender Rohstoff, der industriell genutzt werden kann.
 
Die Moorplatte verbindet damit mehrere Nachhaltigkeitsziele: Sie trägt zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei, schont natürliche Ressourcen, stärkt regionale Wertschöpfungsketten und erhöht langfristig die Versorgungssicherheit mit Faserrohstoffen.
 
Neue Perspektiven für die Holzwerkstoffbranche

Das Projekt entstand im Rahmen des Engagements von Pfleiderer in der „Allianz der Pioniere“, die im Rahmen der toMOORow-Initiative von der Umweltstiftung Michael Otto aufgebaut wurde. Diese Initiative vereint engagierte Wirtschaftsakteure, die ihre Wertschöpfungsketten mit Paludi-Biomasse aufbauen und skalieren wollen.
 
Für die Holzwerkstoffbranche eröffnet die Moorplatte neue Möglichkeiten, den Einsatz alternativer Rohstoffquellen zu erweitern und gleichzeitig den steigenden Anforderungen an Klimaschutz, Dekarbonisierung und Ressourceneffizienz gerecht zu werden. Die Pilotierung des Projekts erfolgt 2026 am Pfleiderer-Standort Baruth und bildet die Grundlage für eine mögliche spätere industrielle Skalierung.
 
Nachhaltigkeit als Treiber der Transformation

Als einer der führenden Hersteller von Holzwerkstoffen in Europa entwickelt Pfleiderer kontinuierlich Lösungen, die ökologische Verantwortung mit technischer Leistungsfähigkeit verbinden, wie zum Beispiel die Spanplatte OrganicBoard Pure, die aus Recyclingholz und biogenem Bindemittel hergestellt wird und 2024 ebenfalls mit dem Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte ausgezeichnet wurde. Diese Auszeichnungen unterstreichen die Rolle des Unternehmens als Innovationspartner für nachhaltiges Bauen, Wohnen und Einrichten.
 
Weitere Informationen finden Sie unter: www.pfleiderer.com

Dr. Stefanie Eichiner bei der Preisverleihung des Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte 2026
Foto: Thomas Ecke / DISQ / DUP / ntv

Dr. Stefanie Eichiner mit Schirmherrin Brigitte Zypries (BMin a.D.) bei der Preisverleihung des Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte 2026
Foto: Thomas Ecke / DISQ / DUP / ntv

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