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Max Beckmann - Lebensweg und Werkverlauf

13.11.2017 Neumarkt.

Ein hochkarätiger Vortrag am 23. November 2017 um 19 Uhr im Museum Lothar Fischer in Neumarkt



Bis April 2017 war Dr. Hans-Werner Schmidt Direktor des Museums der bildenden Künste in Leipzig und somit auch der Hüter des dortigen Nachlasses von Mathilde Q. Beckmann, der zweiten Frau des Künstlers Max Beckmann. Ein Teil dieses herausragenden Bestands ist derzeit in der Ausstellung "Max Beckmann auf der SPUR" im Neumarkter Museum noch bis zum 14. Januar 2018 zu sehen. Im Rahmen des Begleitprogramms zu dieser bemerkenswerten Präsentation ist es dem Museum gelungen, den Kunsthistoriker und Initiator der großen Leipziger Beckmann-Schau "Von Angesicht zu Angesicht" Hans-Werner Schmidt zu einem Vortrag nach Neumarkt einzuladen. Unter dem Titel "Lebensweg und Werkverlauf" lässt Schmidt anschaulich den Lebenslauf Beckmanns Revue passieren und erläutert an Hand von ca. 30 Werken, wie die Lebenswelten Eingang gefunden haben in seine Bildwelten.

Max Beckmann erscheint in der deutschen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts wie ein Monolith. Er ist keinem der sogenannten Ismen zuzuordnen und doch hat er die Malerei der Moderne entscheidend geprägt. 1884 in Leipzig geboren, geht er um die Jahrhundertwende an die Kunstakademie in Weimar. Dort lernt er seine Ehefrau Minna Beckmann-Tube kennen. Die Zeichen stehen auf Spätimpressionismus, doch diese künstlerische Auffassung widerspricht Beckmanns auf Linearität und Plastizität ausgerichtetes Figurenkonzept. Er ist der passionierte Menschenbeobachter, der es versteht, visuelle Liebeserklärungen zu formulieren, seine Mitmenschen aber auch als triebgesteuerte, destruktive Gestalten aufzufassen.

Der Erste Weltkrieg konfrontiert ihn mit der Apokalypse auf den Schlachtfeldern. Beckmanns verkantete Kompositionen, sein impulsiver Strich drohen die Bildräume zum Bersten zu bringen. Dies ist Beckmanns Empfinden der Welt und des Seelenlebens der in ihr Lebenden.

Von 1915 bis 1933 lebt Beckmann in Frankfurt am Main, von 1925 ist er dort an der Städelschule als Lehrer tätig. Er bekennt sich als in Frankfurt lebender Berliner, denn dem großstadtbesessenen Beckmann, dem Salonlöwen und Netzwerker ist eine Großstadt zu wenig.

Seit 1925 ist Beckmann mit Mathilde Kaulbach, genannt "Quappi" verheiratet. Mit ihr zelebriert er den Tanz auf dem Vulkan. Auch sie wird zur wiederkehrenden Gestalt in seinen Bildern, die einem Welttheater gleichen, in das er all die Porträts aus seinem Freundeskreis integriert. Er, der Malerregisseur, weist ihnen die Schauspielerrolle zu. Beckmann dirigiert, auch die Frauen: zwei Ehefrauen und zahlreiche Zugeneigte finden zu ihrem Bild unter Beckmanns Augen, verehrt und verstoßen.
Der stolz durch das Leben Navigierende wird seit 1933 politisch angefeindet, verliert seine Anstellung, gilt als "Entarteter Künstler" und muss 1938 nach Amsterdam emigrieren.

Beckmann, der stets seinen Bildern verschlüsselte Botschaften unterlegt, codiert weiter seine Sicht auf die Welt und sein Lebensgefühl.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lehnt Beckmann eine Rückkehr nach Deutschland ab. 1947 kann der Plan umgesetzt werden, in die USA zu gehen. Dort sind ihm noch einmal intensive Arbeitsjahre beschert, die ihn als Lehrer fordern und in denen er am reichen gesellschaftlichen Leben teilnimmt. Am 27. Dezember 1950 erleidet er an seinem Wohnort New York, in der Nähe des Central Parks, einen Herzinfarkt.

Was bleibt, ist ein spannungsreiches, hoch interessantes Werk, das von einem der besten Beckmann-Kenner nun begleitend zur Ausstellung "Max Beckmann auf der SPUR" im Museum Lothar Fischer in Neumarkt i.d.OPf. am Do. 23.11. um 19.00 Uhr vorstellt wird.

Eintritt: Erwachsene 6 €, Schüler/Studenten 4 €.

Foto: Privat

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